Bereite deine Wildbienen-Nisthilfen im Februar optimal vor. Erfahre alles über Materialien, Parasitenschutz und den idealen Standort für Mauerbienen & Co.
Während dein Garten im Februar durch die Pferdemist-Heizung bereits erste Wärmeinseln bildet und die Planung für das neue Halbschattenprojekt Gestalt annimmt, erwacht im Verborgenen eine weitere wichtige Komponente deines Ökosystems. Die ersten Wildbienen – allen voran die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) – stehen kurz davor, ihre Winterruhe zu beenden. Sobald die Temperaturen an sonnigen Tagen konstant über 10 bis 12 Grad Celsius steigen, beginnt die Flugzeit. Damit diese wertvollen Bestäuber in deinem Garten erfolgreich brüten können, ist der Spätwinter der ideale Zeitpunkt für eine kritische Bestandsaufnahme und Vorbereitung der Nisthilfen.
Wildbienen sind im Gegensatz zur Honigbiene (Apis mellifera) meist Solitärbienen. Das bedeutet, jedes Weibchen ist auf sich allein gestellt, baut eigene Nestkammern und versorgt seinen Nachwuchs ohne die Hilfe eines Staates. Die Zeitspanne, in der diese Tiere aktiv sind, ist oft sehr kurz – bei vielen Arten beträgt sie nur wenige Wochen. Wenn die Tiere schlüpfen, müssen geeignete Nistplätze sofort verfügbar sein. Eine mangelhafte Vorbereitung oder falsch gewähltes Material führt dazu, dass die Population stagniert oder durch Pilzbefall und Parasiten dezimiert wird.
Im Februar befinden sich die Larven der Vorjahresgeneration noch in ihren Kokons (schützende Hüllen aus Spinnfäden oder Sekreten) innerhalb der Nistgänge. Jede Erschütterung oder unbedachte Reinigung der Röhren könnte die Diapause (biologische Ruhephase zur Überwinterung) unterbrechen oder die Larven mechanisch schädigen.




Nicht jedes Loch im Holz ist als Kinderstube geeignet. Viele im Handel angebotene Modelle verwenden minderwertige Materialien, die eher schaden als nützen. Als wissenschaftlich orientierter Gärtner solltest du auf die spezifischen Ansprüche der verschiedenen Arten achten.
| Material | Geeignet für (Beispiele) | Vorteile | Beachten |
|---|---|---|---|
| Hartholz (Eiche, Buche, Esche) | Mauerbienen (Osmia spp.), Löcherbienen (Heriades spp.) | Verzieht sich nicht, keine Harzbildung, glatte Bohrungen möglich. | Nur ins Längsholz bohren, niemals in das Stirnholz (die Seite mit den Jahresringen). |
| Schilfhalme (Phragmites australis) | Scherenbienen (Chelostoma spp.), Maskenbienen (Hylaeus spp.) | Natürliche Hohlstrukturen, verschiedene Durchmesser vorhanden. | Halme müssen hinter dem Knoten (Nodium) geschnitten sein, um hinten verschlossen zu sein. |
| Strangfalzziegel (gebrannter Ton) | Verschiedene Mauerbienen | Hohe thermische Masse, speichert Wärme. | Nur Ziegel mit glatten Innenwänden verwenden, keine scharfkantigen Lochziegel. |
| Brombeerruten (Rubus fruticosus) | Keulhornbienen (Ceratina spp.) | Markhaltige Stängel für markbewohnende Arten. | Müssen vertikal und einzeln angebracht werden. |
Solltest du bereits Nisthilfen im Garten haben, untersuche diese jetzt auf Anzeichen von Parasitenbefall. Die Larven der Taufliege (Cacoxenus indagator) oder verschiedene Schlupfwespen (Hymenoptera: Ichneumonidae) nutzen die Wintermonate, um sich in den Nestern auszubreiten. Entferne vorsichtig Gespinste oder Lehmklumpen an der Außenseite, aber lass die verschlossenen Röhren unbedingt unangetastet.
Ein häufiger Fehler ist das Aufstellen von „Insektenhotels“, die mit Tannenzapfen oder Stroh gefüllt sind. Diese Materialien bieten Wildbienen keinen Nistplatz, sondern dienen allenfalls Ohrenkneifern (Forficula auricularia) oder Florfliegen (Chrysoperla carnea) als Quartier. In einer spezialisierten Nisthilfe haben sie jedoch nichts zu suchen, da sie dort unter Umständen als Fressfeinde der Bienenlarven auftreten.
Durch diese gezielten Maßnahmen im Spätwinter stellst du sicher, dass dein Garten nicht nur optisch durch das neue Halbschattenprojekt gewinnt, sondern auch funktionell als stabiles Ökosystem fungiert. Die Wildbienen werden es dir durch eine verlässliche Bestäubung deiner Obstgehölze und Beerensträucher im Frühjahr danken.
Nein. In den verschlossenen Röhren befinden sich lebende Larven oder fertige Bienen in Winterruhe. Jede Störung kann zum Absterben der Brut führen.
Die Kanäle sind meist zu groß und die Innenwände zu rau. Wildbienen verletzen sich daran die Flügel. Nutze lieber Strangfalzziegel oder Schilfhalme.
Gut getrocknetes Hartholz von Laubblättern wie Eiche, Buche oder Esche. Nadelholz harzt oft und verklebt die Flügel und Atmungsorgane der Insekten.
Nein. Nisthilfen sind nur sinnvoll, wenn im Umkreis von 200-300 Metern ausreichend heimische Blühpflanzen als Nahrungsgrundlage zur Verfügung stehen.
Hauptartikel: Garten im Februar: Pferdemist-Heizung & das neue Halbschattenprojekt
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