Bild folgtKI-generierte IllustrationKein deutscher Name bekannt
Du erkennst Ariadna europaensis an ihrem zylindrischen, dunkelbraunen bis schwärzlichen Körper und der ungewöhnlichen Beinhaltung, bei der die ersten drei Beinpaare nach vorne gestreckt werden. Diese Spinne gehört zur Familie der Segestriidae, auch Sechsaugenspinnen genannt, und erreicht eine Körperlänge von etwa acht bis zehn Millimetern. Sie lebt verborgen in einer sogenannten Wohnröhre, einem aus Seide gewebten Schlauch, den sie in Mauerspalten oder unter der Borke von Bäumen wie der Stieleiche (Quercus robur) anlegt. Von der Röhrenmündung gehen sternförmige Signalfäden aus, die Erschütterungen von Beutetieren direkt an die Spinne übertragen. Sobald ein Insekt, wie etwa eine Assel (Isopoda) oder ein kleiner Käfer (Coleoptera), einen Faden berührt, schnellt die Spinne blitzschnell hervor. Die Eiablage erfolgt im Sommer geschützt innerhalb der mütterlichen Wohnröhre. Nach dem Schlupf verbleiben die Jungtiere noch kurze Zeit im Schutz des Gespinstes, bevor sie sich eigene Spalten suchen. Im Garten kannst du die Art fördern, indem du Trockenmauern ohne Mörtel errichtest und Totholzstapel aus heimischen Hölzern wie der Hainbuche (Carpinus betulus) belässt. Den Winter verbringen diese Tiere in einer Kältestarre tief in ihren gut isolierten Seidenröhren.
Diese Spinne ist für Menschen völlig harmlos und ein eher heimlicher, gern gesehener Gartenbesucher. Ein Biss ist aufgrund ihrer versteckten Lebensweise extrem unwahrscheinlich und medizinisch völlig unbedeutend.
Ariadna europaensis ist ein Vertreter der Familie Segestriidae, die sich durch den Besitz von nur sechs Augen und eine spezialisierte röhrenbewohnende Lebensweise auszeichnet. Die Art ist primär im südeuropäischen Raum verbreitet und besiedelt dort trockene, warme Habitate mit geeigneten Spaltenstrukturen. Charakteristisch ist die prograde Beinstellung, bei der die vorderen drei Beinpaare zur Beuteerfassung nach vorne gerichtet sind. In naturnahen Gärten findet man sie oft an alten Steinmauern oder rissiger Baumrinde.
•GBIF Occurrence Database (CC BY 4.0 / CC0)
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