Bild folgtKI-generierte IllustrationRanunculus glacialis
Auch bekannt als: Gletscher-Hahnenfuss
Wer den Gletscher-Hahnenfuß (Ranunculus glacialis) einmal gesehen hat, vergisst ihn nicht: Seine weißen Schalenblüten, die sich nach der Bestäubung oft rötlich bis fast violett verfärben, sind in kargen Gebirgslandschaften ein echtes Highlight. Als extremer Spezialist der alpinen Stufe ist er für Gärten in hohen Lagen oder spezialisierte Alpinum-Besitzer eine faszinierende Art, die zeigt, wie widerstandsfähig Natur sein kann. Er besiedelt dort Nischen, wo kaum eine andere Pflanze überlebt. Da er auf der Roten Liste als extrem selten (Status R) geführt wird, leistest du mit seiner Kultur einen Beitrag zum Erhalt einer hochspezialisierten Art. Wenn du einen kühlen, kalkfreien Steingarten hast, kannst du versuchen, diesem seltenen Gast eine Heimat zu geben.
Eis-Spezialist für Kenner: Blüht dort, wo andere Pflanzen längst aufgeben.
In seinen natürlichen Hochgebirgslagen übernimmt der Gletscher-Hahnenfuß eine wichtige Funktion als Pionierpflanze (Art, die neue Lebensräume als Erstes besiedelt), die kargen Gesteinsschutt stabilisiert. Er bietet spezialisierten Insekten der Hochalpen, die an extreme Bedingungen angepasst sind, eine verlässliche Nahrungsquelle. Da die Blütezeit nach aktuellen Daten von Juni bis Januar reicht, stellt er theoretisch eine außergewöhnlich lang verfügbare Ressource dar. Im Garten bereichert er die biologische Vielfalt vor allem in spezialisierten Steingärten. Da er indigen (einheimisch) ist, unterstützt er das ökologische Gleichgewicht in Gebirgsregionen. Er trägt dazu bei, bedrohte Pflanzengesellschaften der Roten Liste auch außerhalb der Gipfelregionen sichtbar zu machen.
Die Pflanze ist giftig und enthält den Wirkstoff Protoanemonin, der bei Kontakt zu Hautreizungen und bei Einnahme zu Vergiftungen führt. Die gesamte Pflanze ist betroffen, weshalb sie nicht als kindersicher gilt. Trage bei Pflegearbeiten vorsorglich Handschuhe. Bei Notfällen kontaktiere den Giftnotruf unter 0228 19 240.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
—
Blütezeit
Jun – Jan
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Wähle einen vollsonnigen Platz (Lichtwert 8: mindestens sechs Stunden Sonne), idealerweise in einem kühlen Alpinum (Steingarten für Gebirgspflanzen).
Achte auf einen sauren Boden (Reaktionswert 3: kalkfrei) und verwende silikatisches Gestein (quarzreiches Gestein wie Granit oder Gneis).
Halte das Substrat stets frisch bis mäßig feucht (Feuchtewert 6); vermeide aber Staunässe durch eine gute Entwässerung aus grobem Kies.
Da er ein Schwachzehrer (Pflanze mit geringem Nährstoffbedarf) ist (Nährstoffwert 2), darfst du den Boden keinesfalls düngen.
Die Pflanze ist extrem kälteresistent (Temperaturwert 1: alpin), benötigt aber im Sommer einen Standort, der vor extremer Hitze geschützt ist.
Pflanzzeit: Setze ihn am besten im Frühjahr (März bis Mai), damit er vor dem Winter fest eingewurzelt ist.
Lasse die Samenstände für die natürliche Selbstaussaat über den Winter einfach stehen.
Gute Partnerin: Die Kraut-Weide (Salix herbacea) — sie teilt die Vorliebe für kalkfreie Schneetälchen und kühle Standorte.
Der Gletscher-Hahnenfuß (Ranunculus glacialis) gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) und ist in der Ordnung der Hahnenfußartigen (Ranunculales) eingeordnet. Er ist in den Hochgebirgen von Deutschland, Österreich und der Schweiz heimisch, wobei sein natürlicher Lebensraum die alpine bis nivale Stufe (die Region oberhalb der Baum- bzw. Schneegrenze) ist. Dort wächst er bevorzugt in Schneetälchen (muldenartige Senken mit langer Schneedauer) und auf feuchtem Gesteinsschutt. Morphologisch fällt er durch seine fleischigen, tief eingeschnittenen Blätter auf, die ihn vor extremer UV-Strahlung und Frost schützen.
3 Videos zu Gletscher-Hahnenfuß
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
Alle Daten sind CC BY 4.0, CC0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →