Bild folgtKI-generierte IllustrationSempervivum arachnoideum subsp. arachnoideum
Wer die Spinnweben-Hauswurz (Sempervivum arachnoideum subsp. arachnoideum) einmal gesehen hat, vergisst sie nicht: Die Rosetten sind von feinen, weißen Fäden überzogen, die wie echte Spinnweben wirken. Diese sukkulente (wasserstauende) Pflanze ist eine Überlebenskünstlerin für extrem karge Standorte und steht in Deutschland auf der Roten Liste als extrem selten. In deinem Garten hilft sie, ökologische Nischen auf Mauerkronen oder in Steingärten zu besetzen, die für andere Arten zu trocken sind. Mit ihrer Hilfe bewahrst du ein Stück alpine Urwüchsigkeit auf engstem Raum. Schau genau hin, wie sie sich über die Jahre mit ihren Ausläufern zu kleinen Polstern ausbreitet.
Alpine Seltenheit mit Netz: Ein Überlebenskünstler für deine trockenste Mauer.
Als indigen (einheimisch) eingestufte Art ist die Spinnweben-Hauswurz ein wertvoller Bestandteil unserer Flora, besonders da sie mit dem Status R (extrem selten) auf der Roten Liste geführt wird. Ihre Diasporen (Ausbreitungseinheiten) sind mit nur 0,0229 mg extrem leicht, was eine natürliche Fernausbreitung durch den Wind ermöglicht. Sie geht eine AM (Arbuskuläre Mykorrhiza), also eine Symbiose mit Bodenpilzen, ein, was ihre Nährstoffaufnahme auf kargem Untergrund verbessert. Da sie extrem spezialisiert ist, besetzt sie ökologische Nischen auf saurem Gestein, die für die meisten anderen Pflanzen unbewohnbar sind. Mit der Ansiedlung in deinem Garten leistest du einen direkten Beitrag zum Erhalt dieser gefährdeten alpinen Spezialistin.
Die Datenbank stuft diese Pflanze als nicht kindersicher ein. Sollten Teile der Pflanze verschluckt worden sein, kontaktiere bitte zur Sicherheit den Giftnotruf unter 0228 19 240. Für die Gartenplanung empfiehlt es sich, sie an Stellen zu pflanzen, die für Kleinkinder schwer zugänglich sind, wie zum Beispiel auf einer hohen Trockenmauer.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Trocken
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
—
Bodenreaktion
Sauer (Säurezeiger)
Bioregion
Continental
Wuchsform
Sukkulente
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Blattphänologie
Immergrün
Pflanzenhöhe
0.08 m
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Wähle einen Platz in voller Sonne (Ellenberg Licht 10), idealerweise eine nach Süden ausgerichtete Mauerkrone.
Sorge für einen sauren Boden (Ellenberg Reaktion 2), etwa durch Beimischung von Granitsplitt oder kalkfreiem Sand.
Halte das Substrat extrem mager (Schwachzehrer); Dünger schadet der charakteristischen kompakten Wuchsform.
Der Standort muss sehr trocken sein (Ellenberg Feuchte 2), da Staunässe die Rosetten faulen lässt.
Die Pflanzung erfolgt am besten im Frühling (März bis Mai) oder im Herbst, solange der Boden offen ist.
Halte einen Pflanzabstand von etwa 10 cm ein, damit sich die Tochterrosetten ausbreiten können.
Pflegeaufwand entfällt fast völlig; verblühte Rosetten sterben natürlich ab und machen Platz für neue.
Gute Partnerin: Besenheide (Calluna vulgaris) – sie schätzt ebenfalls saure, magere Böden und bildet einen schönen farblichen Kontrast.
Die Spinnweben-Hauswurz gehört zur Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae) und ist in Deutschland und der Schweiz heimisch. Ihr natürlicher Lebensraum sind bodensaure Felsfluren und Xerothermrasen (trockene, warme Magerwiesen) in alpinen Lagen. Als Sukkulente speichert sie Wasser in ihren dicken Blättern, um an Standorten mit minimalem Bodenkontakt zu überdauern. Auffällig ist ihre Wuchshöhe von genau 0,08 m, womit sie zu den kleinsten Vertretern ihrer Gattung zählt. Die charakteristischen Fäden an den Blattspitzen dienen vermutlich als Verdunstungsschutz.
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
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