Bild folgtKI-generierte IllustrationArtemisia vulgaris agg.
Artengruppe
Unverwechselbar ist der Gewöhnliche Beifuß (Artemisia vulgaris agg.) durch seine tief fiederspaltigen Blätter, die auf der Unterseite auffällig weißfilzig behaart sind. Als sogenannter Archäophyt (eine Pflanze, die vor 1492 ohne direktes menschliches Zutun eingeführt wurde) ist er fest in unserer Landschaft verwurzelt und ökologisch wertvoll. In Deinem Naturgarten dient er vor allem als imposante Strukturpflanze, die durch ihren kräftigen Wuchs Lebensraum bietet. Da er als Starkzehrer (Pflanze mit hohem Nährstoffbedarf) gilt, zeigt er Dir zudem an, wo Dein Boden besonders gehaltvoll ist. Wenn Du eine robuste Wildpflanze suchst, die wenig Arbeit macht und im Winter als Nahrungsquelle für Vögel dient, liegst Du mit ihm genau richtig.
Robuste Strukturpflanze: Der heimische Überlebenskünstler für nährstoffreiche Böden.
Nach aktuellen Beobachtungen ist der Beifuß eine wichtige Komponente im Ökosystem Garten, da er als indigen (heimisch) eingestufte Art perfekt angepasst ist. Seine Samenstände bleiben bis weit in den Winter hinein stabil und bieten Vögeln eine zuverlässige Nahrungsquelle in der kargen Zeit. Da er oft sehr hoch wächst, schafft er geschützte Mikroklimazonen für bodennah lebende Tiere. Die Pflanze bietet zudem durch ihre hohlen Stängel wertvolle Überwinterungsplätze für nützliche Gartenbewohner. Da keine spezifischen Bestäuberdaten vorliegen, konzentriert sich sein ökologischer Wert auf die Bereitstellung von Biomasse und winterlicher Nahrung.
Der Beifuß wird als nicht kindersicher eingestuft, da seine Pollen bei Allergikern Reaktionen auslösen können. Auch die enthaltenen ätherischen Öle können bei empfindlicher Haut Reizungen verursachen. Achte darauf, ihn nicht mit dem ähnlich aussehenden, aber giftigen Blauen Eisenhut (Aconitum napellus) zu verwechseln, der jedoch völlig andere, blaue Blüten bildet.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Starkzehrer (Nährstoffreicher/Fetter Boden)
Blütezeit
—
Bodenreaktion
Mäßig sauer bis neutral
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
1.38 m
Suche dem Beifuß einen vollsonnigen Platz aus, an dem er sich ausbreiten darf.
Er bevorzugt einen frischen (mäßig feuchten) Boden, kommt aber kurzzeitig mit Trockenheit zurecht.
Als Starkzehrer benötigt er einen sehr nährstoffreichen, fetten Boden; eine Kompostgabe im Frühjahr ist ideal.
Die beste Pflanzzeit ist im Frühling von März bis Mai oder im Herbst von September bis Ende November.
Achte darauf, dass der Boden beim Pflanzen offen und frostfrei ist.
Er vermehrt sich über Rhizome (unterirdische Kriechtriebe), daher solltest Du ihm etwa einen Quadratmeter Platz einräumen.
Ein Rückschnitt der alten Stängel erfolgt am besten erst im späten Februar, um Tieren im Winter Schutz zu bieten.
Die Vermehrung gelingt Dir unkompliziert durch Teilung des Wurzelstocks im zeitigen Frühjahr.
Gute Partnerin: Die Große Brennnessel (Urtica dioica) – beide teilen die Vorliebe für stickstoffreiche Standorte an Heckenrändern und ergänzen sich in ihrer ökologischen Funktion.
Der Gewöhnliche Beifuß gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) innerhalb der Ordnung der Asternartigen (Asterales). Er ist eine indigen (einheimisch) vorkommende, ausdauernde krautige Pflanze, die vor allem sonnige Ruderalstellen (vom Menschen geprägte Rohböden) besiedelt. Charakteristisch sind die rötlich überlaufenen, kantigen Stängel und die unscheinbaren, gelblichen bis brötlichen Blütenkörbchen. Die Artengruppe ist in Mitteleuropa weit verbreitet und gilt laut Roter Liste als nicht gefährdet.
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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