Bild folgtKI-generierte IllustrationAsplenium fontanum
An den fein gefiederten, hellgrünen Wedeln mit ihren spitz zulaufenden Abschnitten lässt sich der Jura-Streifenfarn (Asplenium fontanum) sofort erkennen. In deinem Garten übernimmt dieser kleine Farn die Rolle eines Spezialisten für Mauerritzen und Felsspalten, wo er auch im Winter Struktur bietet. Da die Art auf der Roten Liste als extrem selten (Status R) geführt wird, schaffst du mit ihm ein wertvolles Refugium für bedrohte Farne. Auch wenn für diese Art keine spezifischen Daten zu Bestäubern vorliegen, bietet er als ökologische Nische Lebensraum für spezialisierte Kleinstlebewesen des Gesteins. Wenn du kalkreiche Steine im Halbschatten hast, solltest du ihm unbedingt ein Plätzchen reservieren.
Botanische Rarität: Ein geschütztes Juwel für deine kalkhaltigen Schattenmauern.
Da für den Jura-Streifenfarn keine spezifischen Bestäubungsdaten verfügbar sind, liegt sein ökologischer Wert vor allem in seiner Funktion als Spezialist für Gesteinsbiotope. Er besiedelt als Pionierpflanze (Art, die neue Lebensräume als Erstbesiedler erschließt) karge Felsspalten und bereitet so den Boden für andere Arten vor. In seinen dichten Wedeln finden Kleinstlebewesen des Steingartens einen geschützten Rückzugsort. Durch seine extreme Seltenheit in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist jede Ansiedlung ein aktiver Beitrag zum Artenschutz dieser indigenen (einheimischen) Farnart.
Der Jura-Streifenfarn wird als nicht kindersicher eingestuft. Er enthält Inhaltsstoffe, die bei Verzehr zu Unwohlsein führen können, weshalb er außerhalb der Reichweite von Kleinkindern gepflanzt werden sollte. Eine Verwechslungsgefahr mit stark giftigen Pflanzen besteht in seinem speziellen Lebensraum an Kalkfelsen kaum.
Licht
Halbschatten
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
—
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Wuchsform
Farn
Standort: Halbschatten. Er meidet die pralle Mittagssonne und braucht einen kühleren Platz.
Boden: Die Erde sollte mager, also nährstoffarm, und kalkreich sein.
Feuchtigkeit: Frisch bedeutet, dass der Boden mäßig feucht sein sollte, ohne Staunässe (stehendes Wasser) zu bilden.
Pflanzzeit: Ideal ist das Frühjahr von März bis Mai oder der Herbst von September bis November, solange der Boden offen ist.
Pflege: Der Farn ist ein Schwachzehrer (Pflanze mit geringem Nährstoffbedarf), er benötigt also keinen zusätzlichen Dünger.
Winterschutz: Lass die alten Wedel über den Winter stehen, da sie das Herz der Pflanze vor Kälte schützen.
Vermehrung: In der Natur erfolgt dies über Sporen, im Garten gelingt oft die Teilung älterer Horste (Pflanzenbüschel).
Kombinationsempfehlung: Gute Partnerin ist die Mauer-Rautenfarn (Asplenium ruta-muraria) – beide teilen die Vorliebe für kalkhaltige Steinritzen und ergänzen sich perfekt in der Mauerflora.
Der Jura-Streifenfarn gehört zur Familie der Streifenfarngegewächse (Aspleniaceae) innerhalb der Ordnung der Tüpfelfarnartigen (Polypodiales). In Mitteleuropa ist er ein typischer Bewohner kalkhaltiger Mittelgebirge und der Alpen, wo er bevorzugt in feuchten Felsspalten siedelt. Die Pflanze erreicht meist nur eine Höhe von 10 bis 20 Zentimetern und bildet dichte Horste. Ein typisches Merkmal sind die zwei- bis dreifach gefiederten Wedel, deren Blattstiel im unteren Bereich dunkelbraun gefärbt ist, während die Spindel nach oben hin grün bleibt.
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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