Bild folgtKI-generierte IllustrationBlasia pusilla
Auch bekannt als: Flaschenmoos, Blasia pusilla, Blasiusmoos
An seinen dunkelgrünen, gelappten Thalli (flächige Pflanzenkörper) mit auffälligen dunklen Punkten lässt sich das Flaschenmoos (Blasia pusilla) sofort erkennen. Diese Punkte sind keine Makel, sondern Behausungen für Cyanobakterien (Nostoc), die wertvollen Stickstoff aus der Luft binden und deinem Boden zur Verfügung stellen. Als Pionierpflanze besiedelt es bevorzugt feuchte, offene Erdstellen und bewahrt diese vor Austrocknung. Es bietet zudem winzigen Bodenlebewesen wie Milben einen geschützten Rückzugsort. Wenn du eine schattige, feuchte Lehmstelle im Garten hast, kannst du mit diesem Moos ein faszinierendes Kleinstökosystem beobachten. Schau doch mal genau hin!
Stickstoff-Fabrik im Miniaturformat: Das Flaschenmoos belebt feuchte Lehmecken.
Nach aktuellen ökologischen Erkenntnissen leistet das Flaschenmoos (Blasia pusilla) einen wichtigen Beitrag zur Bodenfruchtbarkeit. Durch die Symbiose mit Cyanobakterien (Nostoc) wird Stickstoff fixiert, was das Bodenleben aktiviert. Zwar liegen keine spezifischen Daten zu Bestäubern vor, doch dient der dichte Moosteppich als Lebensraum für zahlreiche Bodenorganismen wie Springschwänze (Collembola). Diese Kleinstlebewesen fördern die Humusbildung und sind ein wichtiger Teil der Nahrungskette im Naturgarten. Zudem festigt das Moos als Pionierbesiedler offene Bodenflächen und schützt sie so vor Erosion durch Regen.
Das Flaschenmoos (Blasia pusilla) wird nach den vorliegenden Daten als nicht kindersicher eingestuft. Es sollte daher nicht in Bereichen gepflanzt werden, in denen Kleinkinder spielen und Pflanzenteile in den Mund nehmen könnten. Eine direkte Verwechslungsgefahr mit stark giftigen Moosarten besteht in Mitteleuropa zwar kaum, dennoch ist bei der Gestaltung von Gärten für Familien Vorsicht geboten.
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Das Flaschenmoos (Blasia pusilla) benötigt einen Standort, der dauerhaft feucht bis nass ist, da es sehr empfindlich auf Austrocknung reagiert. Ein schattiger oder halbschattiger Platz auf schweren, lehmigen Böden ist ideal. Die beste Pflanzzeit ist im Frühjahr von März bis Mai oder im Herbst von September bis November, solange der Boden offen und frostfrei ist. Da es eine Pionierpflanze ist, braucht es offene Bodenstellen ohne dichten Bewuchs durch Gräser. Eine zusätzliche Düngung ist nicht erforderlich, da das Moos über Symbiosepartner Stickstoff gewinnt.
Standort: Schattig bis halbschattig, kühl.
Boden: Lehmig, kalkarm, sehr feucht.
Pflege: Boden feucht halten, herabfallendes Laub im Herbst vorsichtig entfernen.
Gute Partnerin: Das Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis scorpioides) ist eine ideale Nachbarin, da beide Arten die gleichen feuchten Bodenverhältnisse schätzen und sich optisch wunderbar ergänzen.
Das Flaschenmoos (Blasia pusilla) ist der einzige Vertreter der Familie Blasiaceae innerhalb der Ordnung der Pelliales. Es ist in Österreich heimisch und besiedelt bevorzugt kalkarme, feuchte Lehm- oder Tonböden in schattigen Lagen. Der Pflanzenkörper ist thallos aufgebaut, was bedeutet, dass er nicht in Stängel und Blätter gegliedert ist, sondern flächig auf dem Boden aufliegt. Eine morphologische Besonderheit sind die flaschenförmigen Behälter auf der Oberseite, in denen das Moos Brutkörper (kleine Organe zur ungeschlechtlichen Vermehrung) produziert.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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