Bild folgtKI-generierte IllustrationBolbelasmus unicornis
An seinem markanten, aufrecht stehenden Horn auf dem Kopf des Männchens lässt sich der Einhorn-Mistkäfer (Bolbelasmus unicornis) sofort erkennen. Der Käfer ist etwa 10 bis 14 Millimeter groß und glänzt in einem warmen Rotbraun. Da er eine sehr versteckte, unterirdische Lebensweise führt, wirst du ihn nur selten zu Gesicht bekommen. Das Tier ist ein hochspezialisierter Pilzfresser, der sich von unterirdisch wachsenden Fruchtkörpern wie Trüffeln (Tuber) oder Scheintrüffeln (Hydnotrya) ernährt. Es entwickelt sich eine Generation pro Jahr im tiefen Erdboden. Die Weibchen legen ihre Eier direkt in die Nähe der Pilzvorkommen ab, damit die Larven sofort Nahrung finden. Im Frühling und Sommer verbleibt der Käfer meist im Boden, zeigt sich aber an warmen Abenden in der Dämmerung im Flug. Eine Überwinterung findet in tieferen Erdschichten statt, wo die Tiere in einer Kältestarre (Zustand verlangsamter Lebensvorgänge) vor Frost geschützt sind. In deinem Garten kannst du diese seltene Art fördern, indem du auf tiefes Umgraben verzichtest und heimische Laubbaumbestände wie Eichen (Quercus) erhältst. Ein naturnaher Boden ohne chemische Düngemittel ist die wichtigste Voraussetzung für sein Überleben.
Dieser Käfer ist völlig harmlos und ein gern gesehener, wenn auch seltener Gartenbesucher. Er besitzt keinen Stachel und beißt nicht. Da er streng geschützt ist, darf er nicht gefangen oder umgesiedelt werden; bitte belasse ihn bei einer Sichtung an seinem Fundort und schone den Boden.
Der Einhorn-Mistkäfer (Bolbelasmus unicornis) gehört zur Familie der Erdbohrer (Geotrupidae). In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist er extrem selten und kommt nur in speziellen Wärmehabitaten auf kalkhaltigen Böden vor. Er ist ein spezialisierter Mycetophage (Pilzfresser), der eng an das Vorkommen unterirdischer Pilze gebunden ist. Die Käfer sind an ihrer kompakten, hochgewölbten Gestalt und der charakteristischen Bewaffnung des Halsschildes beim Männchen erkennbar. Aufgrund seiner Seltenheit ist er europaweit durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie streng geschützt.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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