Bild folgtKI-generierte IllustrationCalliergon richardsonii
Auch bekannt als: Calliergon richardsonii
Unverwechselbar ist das Richardsons Schönmoos (Calliergon richardsonii) durch seine goldgrünen bis bräunlichen Triebe, die mit ihren speerähnlichen, gefiederten Spitzen sofort ins Auge fallen. Als spezialisierter Bewohner von Niedermooren (nährstoffreiche Flachmoore) ist dieses Moos ein unschätzbarer ökologischer Helfer, da es Feuchtigkeit wie ein Schwamm speichert und so ein stabiles Mikroklima (kleinräumiges Klima) fördert. Es bietet zwar keinen Nektar, schafft aber die lebensnotwendige Feuchtigkeitsgrundlage für Amphibien wie den Grasfrosch (Rana temporaria). In deinem Garten ist es die perfekte Wahl für dauerhaft nasse Standorte oder Teichränder. Schau dir einmal an, wie es selbst im Winter mit seinem satten Grün die feuchten Ecken belebt.
Goldgrüner Wasserspeicher: Dieses seltene Moos schützt dein Gartenklima.
Nach aktuellen Bestäubungsdaten liegen für dieses Moos keine spezifischen Beziehungen zu Insekten vor, da Moose keine Blüten und somit weder Nektar noch Pollen produzieren. Dennoch ist seine ökologische Bedeutung für das Gartenökosystem groß, da es als Wasserspeicher fungiert und die Luftfeuchtigkeit lokal erhöht. Es dient als wichtiger Lebensraum für Wirbellose wie Bärtierchen (Tardigrada), die wiederum die Nahrungsgrundlage für größere räuberische Insekten bilden. In der dichten Moosschicht finden zudem Amphibien Schutz vor Austrocknung während heißer Sommertage. Durch die Bindung von Kohlendioxid in seinen wachsenden Polstern leistet es einen kleinen, aber feinen Beitrag zum Klimaschutz im Garten.
Das Richardsons Schönmoos wird als nicht kindersicher eingestuft, weshalb du in Gärten mit kleinen Kindern Vorsicht walten lassen solltest. Zwar sind keine schweren Vergiftungen bekannt, dennoch sollten Pflanzenteile nicht verschluckt werden. Zudem besteht in den bevorzugten sehr nassen Standorten der Pflanze oft eine erhöhte Rutschgefahr für Unachtsame.
Licht
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Feuchtigkeit
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Boden
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Blütezeit
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Standort: Wähle einen sehr nassen bis sumpfigen Platz, idealerweise in der Flachwasserzone deines Gartenteiches.
Lichtverhältnisse: Ein heller Standort ohne pralle Mittagssonne ist ideal, damit die Moospolster nicht ausbleichen.
Bodenbeschaffenheit: Das Substrat sollte neutral bis kalkhaltig sein und niemals austrocknen.
Pflanzzeit: Die beste Zeit für die Ansiedlung ist von März bis Mai oder im Herbst zwischen September und November.
Pflege: Eine Düngung ist absolut zu vermeiden, da das Moos sehr empfindlich auf Nährstoffüberschuss reagiert.
Wasserbedarf: In trockenen Sommern musst du regelmäßig mit kalkarmem Wasser nachhelfen, um die Sättigung zu erhalten.
Vermehrung: Du kannst bestehende Polster vorsichtig teilen und an neuen feuchten Stellen leicht andrücken.
Schnitt: Ein Rückschnitt ist bei Moosen nicht erforderlich und würde die Struktur zerstören.
Gute Partnerin: Das Sumpf-Blutauge (Potentilla palustris) ergänzt das Moos hervorragend, da beide identische Ansprüche an extrem nasse Standorte haben und gemeinsam eine schützende Vegetationsmatte bilden.
Das Richardsons Schönmoos (Calliergon richardsonii) gehört zur Familie der Amblystegiaceae (Sumpfmoosgewächse) und ist in Deutschland sowie Österreich heimisch. Sein natürlicher Lebensraum umfasst kalkreiche Zwischenmoore und wassergesättigte Senken, in denen es oft große, weiche Matten bildet. Die Pflanze zeichnet sich morphologisch durch ihre unregelmäßig verzweigten Stämmchen und die breit-eiförmigen Blätter aus, die an der Spitze oft hohlrund geformt sind. Als boreales Relikt (Überbleibsel aus kälteren Erdzeitaltern) ist es ein wertvoller Zeiger für intakte, feuchte Ökosysteme.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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