Bild folgtKI-generierte IllustrationCarabus variolosus
Auch bekannt als: Schwarzer Grubenlaufkäfer
An den tiefen, grubigen Vertiefungen auf seinen schwarzen Deckflügeln lässt sich der Grubenhalsige Laufkäfer (Carabus variolosus) sofort erkennen. Diese seltene Käferart ist ein Spezialist für feuchte Lebensräume und besiedelt bevorzugt Bereiche nahe kleiner Bäche, Quellsümpfe oder Erlenbrüche. Du findest ihn dort oft im Umfeld von Schwarz-Erlen (Alnus glutinosa) oder Eschen (Fraxinus excelsior), wo er die feuchte Bodenvegetation bewohnt. Da er ein reiner Räuber ist, besucht er keine Blüten für Nektar, sondern jagt nachts aktiv nach Beute. Pro Jahr entwickelt sich eine Generation, wobei das Weibchen seine Eier einzeln in feuchte Erde oder Moospolster ablegt. Die Larven leben ebenfalls räuberisch und fressen kleine wirbellose Tiere direkt in der Uferzone. Besonders faszinierend ist, dass dieser Käfer semiaquatisch (teilweise im Wasser lebend) ist und bei der Jagd nach Schnecken oder Insektenlarven sogar unter Wasser tauchen kann. Er überwintert als Imago (erwachsenes Tier) in einer Kältestarre (Zustand herabgesetzter Lebensfunktionen) in morschem Holz oder tiefen Moosschichten. Wenn du diesen nützlichen Jäger unterstützen möchtest, solltest du Bachläufe in deinem Garten naturnah belassen und auf Entwässerungen verzichten. Belasse morsche Baumstümpfe und liegendes Totholz in feuchten Ecken, um ihm wichtige Rückzugsorte zu bieten.
Dieser Käfer ist nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie streng geschützt und darf weder gestört noch gefangen werden. Er ist für den Menschen völlig harmlos und ein wertvoller Nützling, der Schneckenbestände reguliert. Bei Gefahr kann er eine säurehaltige Flüssigkeit ausstoßen, die unangenehm riecht, aber keine Gefahr darstellt.
Der Grubenhalsige Laufkäfer (Carabus variolosus) gehört zur Familie der Laufkäfer (Carabidae) innerhalb der Ordnung der Käfer. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist er nur lokal verbreitet und bevorzugt montane, also bergige Lagen mit hoher Luftfeuchtigkeit. Mit einer Körpergröße von 20 bis 30 Millimetern ist er ein stattlicher Käfer, der durch seine tief punktierte Oberseite gut von glatteren Laufkäferarten unterschieden werden kann. Er gilt als Charakterart naturnaher, nasser Wälder und ist ein wichtiger Indikator für intakte Ökosysteme.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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