Bild folgtKI-generierte IllustrationCarex microglochin
Auch bekannt als: Kleine Grannen-Segge
An ihren rötlich-braunen Ährchen mit den auffällig nach unten gebogenen Früchten lässt sich die Kleingrannige Segge (Carex microglochin) sofort erkennen. Diese zierliche Art ist eine ökologische Kostbarkeit, die in Deutschland bereits als ausgestorben gilt und daher in Kultur eine besondere Bedeutung für den Artenschutz hat. Sie besiedelt feuchte, magere Stellen und bietet spezialisierten Insekten der Feuchtgebiete einen wertvollen Rückzugsort in Wassernähe. Mit ihrer Hilfe schaffst du ein Refugium für eine fast verschwundene Flora direkt in deinem Garten. Hast du einen dauerhaft feuchten Platz am Teichrand oder im Sumpfbeet, an dem diese seltene Überlebenskünstlerin ihre natürliche Schönheit entfalten kann?
Alpine Kostbarkeit für den Teichrand: Rette eine in der Natur verschollene Art.
Obwohl für diese seltene Art keine spezifischen Bestäubungsdaten in den Datenbanken vorliegen, erfüllen Seggen eine fundamentale Rolle als Strukturgeber in Feuchtbiotopen. Sie bieten Versteckmöglichkeiten für spezialisierte Kleinstlebewesen und Larven direkt an der Wasserlinie. Im Winter dienen die stehen gelassenen Halme als Überwinterungsquartier für kleine Insekten. Mit der Ansiedlung dieser in der Natur vom Aussterben bedrohten Art trägst du aktiv zur Erhaltung der regionalen Biodiversität bei. Sie schließt eine ökologische Nische in künstlich angelegten Sumpfzonen und fördert so ein stabiles Gleichgewicht im Gartenökosystem.
Die Kleingrannige Segge ist ungiftig und es besteht keine Verwechslungsgefahr mit giftigen Arten. Da sie jedoch zu den Sauergräsern gehört, können die Blattränder scharfkantig sein und bei unvorsichtigem Hantieren zu kleinen Schnittwunden führen. In Gärten mit spielenden Kindern ist sie daher im unmittelbaren Spielbereich nur mit Vorsicht einzusetzen.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Feucht
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Mai – Jul
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Wuchsform
Gras
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.08 m
Wähle einen vollsonnigen Standort, damit die Segge ihre typische Wuchsform entwickelt.
Der Boden muss dauerhaft feucht sein; ideal ist die Sumpfzone deines Gartenteichs.
Achte auf ein nährstoffarmes Substrat, da sie als Schwachzehrer (Pflanzen, die an nährstoffarme Böden angepasst sind) empfindlich auf Überdüngung reagiert.
Die beste Pflanzzeit ist im Frühjahr von März bis Mai oder im Herbst bis Ende November, solange der Boden frostfrei ist.
Da die Pflanze eine VAR-Mykorrhiza (eine vorteilhafte Symbiose zwischen Pilzen und Wurzeln) eingeht, solltest du den Boden im Wurzelbereich nicht durch Hacken stören.
Ein Rückschnitt der Halme ist nicht erforderlich; lass sie über den Winter als Strukturgeber stehen.
Die Vermehrung kann durch vorsichtige Teilung des Wurzelstocks im zeitigen Frühjahr erfolgen.
Gute Partnerin: Das Gemeine Fettkraut (Pinguicula vulgaris) – beide teilen die Vorliebe für nasse, kalkhaltige und magere Standorte am Wasser.
Die Kleingrannige Segge (Carex microglochin) gehört zur Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae). In der Region Deutschland, Österreich und Schweiz war sie ursprünglich in kalkreichen Niedermooren und an Sickerstellen der Alpen beheimatet, ist aber heute extrem selten. Charakteristisch für diese indigene (einheimische) Pflanze sind die borstenartigen Blätter und die kurzen, aufrechten Halme. Ein besonderes Merkmal ist die namensgebende Granne (eine borstige Verlängerung) an der Spitze der Fruchtschläuche, die bei der Reife deutlich sichtbar wird.
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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