Bild folgtKI-generierte IllustrationChroicocephalus genei (Brème, 1839)
Die Dünnschnabelmöwe (Chroicocephalus genei) erkennst du an ihrem auffallend langen, schlanken Hals und dem namensgebenden dünnen, dunkelroten Schnabel, der aus der Ferne fast schwarz wirkt. Ihr Gefieder ist im Gegensatz zu vielen anderen Möwenarten sehr hell, fast rein weiß, und zeigt zur Brutzeit oft einen zarten rosa Schimmer auf der Brust. Da diese Vögel Allesfresser sind, ernähren sie sich vorwiegend von kleinen Fischen, Insekten und verschiedenen Krebstieren, die sie im seichten Wasser oder auf Feldern finden. Als Bodenbrüter legt dieses Tier sein Nest meist in großen Kolonien direkt auf dem Boden an, oft auf kleinen Inseln oder in geschützten Lagunen. In unseren Breiten ist dieser Vogel eher ein seltener Gast und zieht als Kurzstreckenzieher (Vogel, der nur kurze Distanzen wandert) im Winter oft in südlichere Gefilde. Falls du in der Nähe von Küsten oder großen Binnengewässern wohnst, kannst du die Tiere gelegentlich beobachten. Im Garten selbst wird sie selten verweilen, doch der Schutz von naturnahen Uferzonen hilft ihr indirekt bei der Nahrungssuche. Achte darauf, dass Ruhezonen an Gewässern erhalten bleiben, damit die scheuen Vögel ungestört rasten können. Eine Winterfütterung im Garten ist bei dieser spezialisierten Art nicht zielführend, da sie ihre Nahrung aktiv im Wasser sucht. Ein offener Blick für die Artenvielfalt am nahen See ist der beste Beitrag, den du leisten kannst.
Wie alle heimischen Vogelarten steht auch die Dünnschnabelmöwe unter allgemeinem Schutz, weshalb ihre Brutplätze nicht gestört werden dürfen. Da sie als Bodenbrüter sehr empfindlich auf Störungen durch Spaziergänger oder freilaufende Hunde reagiert, ist in Küstennähe besondere Vorsicht geboten. Eine Verwechslung mit der häufigeren Lachmöwe ist für Laien möglich.
Die Dünnschnabelmöwe gehört zur Familie der Möwen (Laridae) innerhalb der Ordnung der Regenpfeiferartigen. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich primär über den Mittelmeerraum und Westasien, wobei sie in Deutschland, Österreich und der Schweiz unregelmäßig als Gastvogel auftritt. Von der ähnlichen Lachmöwe unterscheidet sie sich durch das Fehlen der dunklen Kopfmaske im Prachtkleid und die deutlich längere, flachere Kopfform. Sie bevorzugt salzhaltige oder brackige (leicht salzige) Küstengewässer und Lagunen als Lebensraum.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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