Bild folgtKI-generierte IllustrationCicendia filiformis
Auch bekannt als: Fadenförmiges Zindelkraut, Fadenenzian, cicendie filiforme
An seinen winzigen, fadenförmigen Stängeln und den vierzähligen gelben Sternblüten lässt sich das Heide-Zindelkraut (Cicendia filiformis) sofort erkennen. Diese zierliche Pflanze ist bei uns extrem selten geworden und wird auf der Roten Liste als stark gefährdet (Stufe 2) geführt. Da sie offene, feuchte Bodenstellen besiedelt, füllt sie eine ökologische Nische, die in modernen Gärten oft fehlt. Wenn du diesem Spezialisten einen Platz einräumst, leistest du einen echten Beitrag zum Artenschutz in Deutschland. Es ist eine faszinierende Aufgabe, diese kleine Kostbarkeit beim Wachsen zu beobachten. Hast du schon einmal eine so seltene Pionierpflanze (Art, die Neuland besiedelt) in deinem Garten beherbergt?
Botanische Rarität: Bewahre das gefährdete Heide-Zindelkraut vor dem Aussterben.
Als Art der Roten Liste 2 ist das Heide-Zindelkraut (Cicendia filiformis) ein wertvoller Bestandteil unserer heimischen Biodiversität. Es fungiert als Pionierart auf feuchten Sandböden und besiedelt Lebensräume, die für viele andere Pflanzen zu karg sind. Auch wenn keine spezifischen Daten zu Bestäubern vorliegen, bereichert die Pflanze das Nahrungsangebot in spezialisierten Ökosystemen. Die feinen Samen dienen im Winter als Futterquelle für kleine Singvögel, die in Heidelandschaften nach Nahrung suchen. Durch die Ansiedlung im Garten schaffst du einen Trittstein (vernetzend wirkender Lebensraum) für eine vom Aussterben bedrohte Flora. So trägst du dazu bei, die genetische Vielfalt einer fast verschwundenen Art zu sichern.
Das Heide-Zindelkraut wird als nicht kindersicher eingestuft. Da es zur Familie der Enziangewächse gehört, können Pflanzenteile Bitterstoffe enthalten, die bei Verzehr Unbehagen auslösen könnten. Achte darauf, dass Kleinkinder die zierlichen Stängel nicht in den Mund nehmen. Für einen reinen Spielbereich im Garten ist dieser botanische Spezialist daher weniger geeignet.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Feucht
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Jul – Okt
Bodenreaktion
Sauer (Säurezeiger)
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.04 m
Das Heide-Zindelkraut benötigt einen vollsonnigen Standort, da es als Lichtpflanze absolut keinen Schatten verträgt.
Der Boden muss dauerhaft feucht sein, wobei die Pflanze sogar kurzzeitige Staunässe im Winter gut übersteht.
Achte darauf, dass das Substrat sehr mager (nährstoffarm) und kalkfrei ist, idealerweise ein sandiger Boden.
Die beste Zeit für die Aussaat der feinen Samen liegt zwischen März und Mai direkt an Ort und Stelle.
Da die Art einjährig ist, stirbt sie nach der Samenreife ab und muss sich jedes Jahr neu aussäen.
Du solltest den Boden im frühen Frühjahr leicht aufharken, um offene Stellen ohne Moos oder Gras für die Keimlinge zu schaffen.
Düngung ist nicht erforderlich und würde der Pflanze schaden, da sie als Schwachzehrer (Pflanze mit geringem Nährstoffbedarf) an karge Bedingungen angepasst ist.
Halte konkurrenzstarke Gräser durch vorsichtiges Jäten fern, damit die kleine Pflanze nicht überwachsen wird.
Eine gute Partnerin ist der Lungen-Enzian (Gentiana pneumonanthe) – beide teilen die Vorliebe für feuchte, magere Heideböden.
Auch das Sumpf-Johanniskraut (Hypericum elodes) ergänzt das Heide-Zindelkraut an nassen Standorten hervorragend.
Das Heide-Zindelkraut (Cicendia filiformis) gehört zur Familie der Enziangewächse (Gentianaceae) und zur Ordnung der Enzianartigen (Gentianales). In Deutschland ist es indigen (schon vor der Entdeckung Amerikas hier heimisch), kommt aber fast nur noch im norddeutschen Tiefland vor. Sein natürlicher Lebensraum sind kalkarme, sandige Standorte wie Heidegebiete oder trocknende Teichränder. Die Pflanze ist einjährig und erreicht meist nur eine Wuchshöhe von zwei bis zehn Zentimetern.
3 Videos zu Heide-Zindelkraut



•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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