Bild folgtKI-generierte IllustrationCorallorhiza trifida
Wer die Korallenwurz einmal gesehen hat, vergisst sie nicht: Mit ihrem blassgelben bis grünlichen, fast blattlosen Stängel und den winzigen Blüten wirkt sie fast wie ein Wesen aus einer anderen Welt. Da sie kein Chlorophyll (Blattgrün) zur Photosynthese besitzt, lebt sie in einer engen Gemeinschaft mit Bodenpilzen, was sie zu einer hochspannenden Besonderheit für deinen Garten macht. In der Natur ist sie selten geworden und wird auf der Roten Liste als gefährdet (Stufe 3) geführt. Ihr Vorkommen ist ein echtes Lob an deine Gartenpflege, denn sie zeigt dir, dass dein Boden ökologisch intakt und gesund ist. Wenn du dieses Juwel bei dir entdeckst, hast du alles richtig gemacht.
Botanisches Juwel: Die blattlose Orchidee als Auszeichnung für deinen Waldboden.
Für die Korallenwurz liegen aktuell keine spezifischen Bestäubungsdaten zu Insektenarten in unserer Datenbank vor. Ihre ökologische Bedeutung liegt primär in ihrer Funktion als Indikatorart für hochgradig vernetzte und gesunde Bodenökosysteme. Als gefährdete Art der Roten Liste 3 trägt ihr Erhalt maßgeblich zur regionalen Biodiversität (Vielfalt der Arten und Lebensräume) bei. Da sie ohne Photosynthese überlebt, ist sie ein Paradebeispiel für die komplexen Symbiosen (Lebensgemeinschaften) unter der Erdoberfläche. Mit ihrem Schutz bewahrst du ein seltenes Glied in der Nahrungskette unserer heimischen Wälder.
Die Korallenwurz ist als nicht kindersicher eingestuft und sollte daher nicht in Bereichen gepflanzt werden, in denen kleine Kinder unbeaufsichtigt spielen. Da sie zu den geschützten Orchideen gehört, verbietet sich das Pflücken oder Ausgraben in der freien Natur ohnehin. Verwechslungen mit giftigen Pflanzen sind aufgrund ihres einzigartigen, fast blattlosen Aussehens im Schatten kaum möglich.
Licht
Schatten
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Mittelzehrer (Normaler Boden)
Blütezeit
Mai – Jul
Bodenreaktion
Sauer (Säurezeiger)
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.17 m
Standort: Wähle einen schattigen Platz, der die kühlen, feuchten Bedingungen eines Waldbodens nachahmt.
Boden: Die Erde sollte frisch (mäßig feucht) und mittelzehrend (normaler Nährstoffgehalt) sein; vermeide Staunässe ebenso wie völliges Austrocknen.
Pflanzzeit: Du kannst sie von März bis Mai oder im Herbst zwischen September und November setzen, sofern der Boden nicht gefroren ist.
Pflege: Da sie sehr empfindlich auf Störungen reagiert, solltest du den Boden im Wurzelbereich niemals hacken oder umgraben.
Vermehrung: Im Garten ist eine Vermehrung kaum möglich, da sie auf ganz bestimmte Bodenpilze angewiesen ist; der Schutz bestehender Pflanzen steht hier im Vordergrund.
Besonderheit: Da sie keine grünen Blätter hat, benötigt sie kein direktes Sonnenlicht für ihr Wachstum.
Kombinationsempfehlung: Eine gute Partnerin ist das Wald-Bingelkraut (Mercurialis perennis) – beide Arten teilen die Vorliebe für schattige Waldstandorte und stören sich gegenseitig nicht im Wurzelraum.
Die Korallenwurz (Corallorhiza trifida) ist eine außergewöhnliche Vertreterin aus der Familie der Orchideen (Orchidaceae). Sie ist in ganz Mitteleuropa indigen (einheimisch) und besiedelt bevorzugt schattige, moosreiche Nadel- und Laubwälder. Da sie kaum Blätter ausbildet – diese sind zu kleinen Schuppen reduziert –, wirkt sie sehr zierlich. Ihr Name leitet sich von dem unterirdischen, korallenartig verzweigten Wurzelstock ab, der ihr als Speicherorgan dient. Als Mykoheterotroph (Pflanze, die ihre Nährstoffe von Pilzen bezieht) besetzt sie eine ganz spezielle ökologische Nische.
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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