Bild folgtKI-generierte IllustrationCryptogramma crispa
Auch bekannt als: Osmunda crispa
Typisch fuer den Krausen Rollfarn (Cryptogramma crispa) sind die zwei voellig verschiedenen Wedelformen: Die aeusseren Blaetter sehen aus wie krause Petersilie, waehrend die inneren Sporenblaetter schmaler sind und ihre Raender schuetzend nach innen rollen. Da die Art auf der Roten Liste als stark gefaehrdet (Kategorie 2) gefuehrt wird, leistest du mit ihrer Ansiedlung einen echten Beitrag zum Artenschutz. In deinem Garten bietet er spezialisierten Kleinstlebewesen in Felsspalten einen wichtigen Rueckzugsort. Wenn du eine kalkfreie, steinige Ecke hast, wird dich dieser kleine Ueberlebenskuenstler jeden Tag erfreuen.
Rarität für Steingarten-Liebhaber: Schütze den stark gefährdeten Rollfarn.
Obwohl der Farn als sporenertragende Pflanze keinen Nektar bietet, ist sein oekologischer Wert durch die Seltenheit hoch. Er fungiert als Pionierart auf instabilem Blockschutt (kalkfreie Gesteinshaufen) und festigt dort den Untergrund. In diesen extremen Nischen bietet er spezialisierten Laufkaefern und Spinnenarten, die auf kuehle Steinzwischenraeume angewiesen sind, notwendigen Schutz. Da er indigen (einheimisch) ist, passt er perfekt in das lokale Gefuege unserer Bergregionen. Mit der Pflege dieser stark gefaehrdeten Art sicherst du das Ueberleben einer Pflanze, die in der freien Natur immer seltener wird.
Der Krause Rollfarn (Cryptogramma crispa) ist nicht kindersicher und sollte nicht verzehrt werden. Es besteht eine optische Verwechslungsgefahr mit der Petersilie (Petroselinum crispum), weshalb er im Garten klar von Kuechenkraeutern getrennt gepflanzt werden sollte. Wie viele Farne enthaelt er Enzyme, die in groesseren Mengen unvertraeglich sind.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Aug – Sep
Bodenreaktion
Sauer (Säurezeiger)
Bioregion
Continental
Wuchsform
Farn
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.21 m
Standort: Er bevorzugt einen sonnigen Platz, was ihn von den meisten schattenliebenden Farnen unterscheidet.
Boden: Der Boden sollte frisch (maessig feucht) und unbedingt mager (naehrstoffarm) sein. Als Schwachzehrer benoetigt er kaum Zusaetze.
Wichtig: Achte auf kalkfreies Substrat, da er nur auf saurem Urgestein wie Granit oder Gneis gedeiht.
Pflanzzeit: Setze ihn am besten von Maerz bis Mai oder im Herbst von September bis November, solange der Boden offen ist.
Pflege: Einmal etabliert, ist er pflegeleicht. Er sollte jedoch nie komplett austrocknen, waehrend Staunaesse durch guten Abzug verhindert werden muss.
Vermehrung: Im Garten gelingt dies am einfachsten durch vorsichtige Teilung des Wurzelstocks im zeitigen Fruehjahr.
Kombination: Gute Partnerin ist die Kraehenbeere (Empetrum nigrum) – beide teilen die Vorliebe fuer saure, karge Standorte und ergaenzen sich oekologisch in alpinen Pflanzengesellschaften.
Der Krause Rollfarn (Cryptogramma crispa) gehoert zur Familie der Saumfarngewaechse (Pteridaceae) innerhalb der Ordnung der Tuepfelfarnartigen (Polypodiales). Er ist in den Gebirgen von Deutschland, Oesterreich und der Schweiz beheimatet, wo er bevorzugt auf sauren, kieselsaeurereichen Gesteinsfluren waechst. Morphologisch besonders auffaellig ist seine Zweigestaltigkeit (Dimorphismus): Er bildet unterschiedliche Laubblaetter fuer die Photosynthese und spezielle fruchtbare Wedel fuer die Vermehrung aus. Mit einer Wuchshoehe von etwa 15 bis 20 Zentimetern bleibt er kompakt und horstbildend.
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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