Bild folgtKI-generierte IllustrationCyrtoclytus capra
Typisch fuer den Haarbock (Cyrtoclytus capra) ist seine gelb-schwarze Streifenzeichnung, die ihn wie eine kleine Wespe wirken laesst. Diese Mimikry (Nachahmung wehrhafter Tiere zur Abschreckung) schuetzt den etwa 8 bis 15 Millimeter grossen Kaefer effektiv vor Fressfeinden. In deinem Garten kannst du ihn, genau wie ich in meinem, vor allem im Hochsommer auf weissen Bluetendolden beim Sonnenbaden beobachten. Die Art bringt alle zwei Jahre eine neue Generation hervor, da die Larvenentwicklung im Holz viel Zeit in Anspruch nimmt. Das Weibchen legt seine Eier einzeln in die Rinde von abgestorbenem Laubholz ab. Waehrend die erwachsenen Kaefer im Fruehling noch in der Entwicklung stecken, besuchen sie im Sommer bevorzugt heimische Pflanzen wie die Wilde Moehre (Daucus carota) oder den Wiesen-Baerklau (Heracleum sphondylium). Im Herbst endet ihre Lebenszeit als Fluginsekt, und nur die neue Generation lebt versteckt im Holz weiter. Die Larve ernaehrt sich saproxylophag (von abgestorbenem Holz) und bevorzugt dabei Arten wie die Schwarz-Erle (Alnus glutinosa) oder die Sand-Birke (Betula pendula). Den Winter verbringt das Tier als Larve gut geschuetzt tief im Inneren von Totholzstaemmen, wo es in einer Kaeltestarre (Zustand der Bewegungsunfaehigkeit bei niedrigen Temperaturen) verharrt. Du kannst diesen nützlichen Kaefer foerdern, indem du alte Baumstuempfe oder dickere Aeste in sonnigen Ecken deines Gartens belaesst. Achte darauf, keine chemischen Insektizide (Insektenbekaempfungsmittel) zu verwenden, um den Lebensraum dieser spezialisierten Waldbewohner zu schuetzen.
Dieser Kaefer ist voellig harmlos und ein gern gesehener Gartenbesucher, da er weder sticht noch beisst. Er steht in einigen Regionen auf der Vorwarnliste der Roten Liste, weshalb du das Tier lediglich beobachten und nicht stoeren oder umsiedeln solltest. Er stellt keine Gefahr fuer gesundes Gartenholz dar, da er ausschliesslich bereits totes Material besiedelt.
Der Haarbock (Cyrtoclytus capra) gehoert zur Ordnung der Kaefer (Coleoptera) und zur Familie der Bockkaefer (Cerambycidae). Er ist in Deutschland, Oesterreich und der Schweiz heimisch und besiedelt vorzugsweise lichte, feuchte Laubwaelder sowie naturnahe Gaerten mit Altbaumbestand. Charakteristisch ist seine dichte, gelbliche Behaarung auf den schwarzen Fluegeldecken, die mit markanten gelben Querstreifen versehen sind. Mit einer Groesse von 8 bis 15 Millimetern faellt er im Vergleich zu aehnlichen Widderboecken durch sein lebhaftes Flugverhalten an warmen Sommertagen auf.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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