Bild folgtKI-generierte IllustrationDactylorhiza sambucina
Auch bekannt als: Holunder-Knabenkraut
Unverwechselbar ist der Holunder-Fingerwurz durch seine dichten Blütenähren, die entweder leuchtend gelb oder purpurrot erscheinen und einen zarten Duft nach Holunder verströmen. In deinem Garten leistest du mit dieser heimischen Orchidee einen ganz wesentlichen Beitrag zum Artenschutz, da sie auf der Roten Liste als stark gefährdet (Kategorie 2) eingestuft ist. Da sie nährstoffarme Standorte bevorzugt, hilft sie dir dabei, die Artenvielfalt auf mageren Bodenflächen gezielt zu fördern. Als Indikatorpflanze zeigt sie dir an, dass dein Gartenboden ein gesundes Gleichgewicht ohne Überdüngung erreicht hat. Mit der Ansiedlung dieser seltenen Art holst du dir ein Stück unberührte Natur direkt vor das Haus.
Stark gefährdete Wildorchidee: Ein seltenes Juwel für magere Gartenböden.
Der ökologische Wert des Holunder-Fingerwurzes ergibt sich vor allem aus seinem Status als stark gefährdete Art der Roten Liste. Da für diese Orchidee keine spezifischen Bestäubungsdaten in der Datenbank vorliegen, steht ihre Funktion als Flaggschiffart für den Erhalt magerer Lebensräume im Vordergrund. Durch ihren Schutz im Garten förderst du ein spezielles Mikroklima und ein Bodenleben, das für seltene heimische Wildpflanzen überlebenswichtig ist. In Gebirgsregionen dient sie zudem als wichtige frühe Nahrungsquelle für spezialisierte Insekten, die auf nährstoffarme Wiesen angewiesen sind. Ihr Erhalt sichert die genetische Vielfalt unserer heimischen Flora.
Der Holunder-Fingerwurz ist als nicht kindersicher eingestuft. Wie viele Orchideenarten kann er Stoffe enthalten, die bei Verzehr unverträglich sind oder Hautreizungen auslösen können. Achte daher darauf, dass Kinder oder Haustiere keine Pflanzenteile in den Mund nehmen.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Apr – Jun
Bodenreaktion
Mäßig sauer bis neutral
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.19 m
Damit der Holunder-Fingerwurz in deinem Garten gedeiht, solltest du folgende Punkte beachten:
Standort: Wähle einen vollsonnigen Platz, der den Bedingungen einer Bergwiese nahekommt.
Boden: Die Erde muss mager (nährstoffarm) sein, da die Pflanze ein Schwachzehrer (Pflanze mit geringem Nährstoffbedarf) ist.
Feuchtigkeit: Der Boden sollte frisch (mäßig feucht) sein, darf aber niemals zu Staunässe neigen.
Pflanzzeit: Die beste Zeit zum Setzen der Knollen ist im Frühjahr von März bis Mai oder im Herbst von September bis November, solange kein Frost herrscht.
Pflege: Verzichte komplett auf Dünger und Kalk, da dies die empfindliche Mykorrhiza (Lebensgemeinschaft zwischen Pflanzenwurzeln und Bodenpilzen) stören würde.
Mahd: Schneide umliegendes Gras erst ab, wenn die Orchidee im Hochsommer ihre Samen verteilt hat.
Kombinationsempfehlung: Eine ideale Partnerin ist das Borstgras (Nardus stricta) – beide Arten teilen sich in der Natur denselben Lebensraum und bilden eine stimmige, ökologisch wertvolle Pflanzengemeinschaft.
Der Holunder-Fingerwurz (Dactylorhiza sambucina) gehört zur Familie der Orchideengewächse (Orchidaceae) und ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz heimisch. Er besiedelt vorwiegend montane Magerrasen (nährstoffarme Wiesen in Gebirgslagen) und lichte Bergwälder. Ein besonderes Merkmal sind seine fingerförmig geteilten Wurzelknollen, denen die Gattung ihren Namen verdankt. Die Pflanze tritt fast immer in zwei Farbvarianten auf, die oft unmittelbar nebeneinander wachsen, was sie für Naturbeobachtungen besonders spannend macht.
3 Videos zu Holunder-Fingerwurz



•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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