Bild folgtKI-generierte IllustrationDrimia maritima
Auch bekannt als: Mäusezwiebel, Meerzwiebel
An ihrer gewaltigen, oft oberirdisch sitzenden Zwiebel und der imposanten, bis zu zwei Meter hohen weißen Blütenkerze lässt sich die Meerzwiebel (Drimia maritima) sofort erkennen. Da sie erst im August blüht, übernimmt sie eine wichtige ökologische Funktion im Spätsommer, wenn viele andere Pflanzen bereits verblüht sind. Als Gärtner kannst du mit ihr auch schwierigste, sonnenexponierte Stellen in einen botanischen Blickfang verwandeln. Schau doch mal, ob du in deinem Garten einen sonnigen Platz für diesen imposanten Überlebenskünstler findest.
Imposanter Spätblüher: Die Meerzwiebel trotzt als heimische Art jeder Sommerhitze.
Als in Österreich heimische Pflanze ist die Meerzwiebel ein wertvoller Bestandteil der regionalen Biodiversität in trockenen Lebensräumen. Durch ihre späte Blütezeit im August und September stellt sie eine wichtige Ressource dar, wenn das Nahrungsangebot für die heimische Fauna in Hitzegebieten knapp wird. Da keine spezifischen Bestäubungsdaten in der Datenbank vorliegen, ist sie als stabilisierendes Element spezialisierter Ökosysteme zu betrachten. Sie bietet Struktur in ansonsten oft vegetationsarmen Kahlstellen und schließt eine phänologische Lücke im Jahresverlauf. Im Winter können die vertrockneten Blütenstände als Strukturgeber im Garten verbleiben. Ihre Anwesenheit fördert die ökologische Vielfalt an Standorten, die für die meisten anderen Arten zu lebensfeindlich sind.
Vorsicht bei der Handhabung: Die Meerzwiebel ist nicht kindersicher und in allen Pflanzenteilen giftig. Besonders die Zwiebel enthält Inhaltsstoffe, die bei Hautkontakt starke Reizungen auslösen können. Achte darauf, sie außerhalb der Reichweite von Kindern oder Haustieren zu pflanzen, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden.
Licht
—
Feuchtigkeit
—
Boden
—
Blütezeit
—
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.74 m
Wähle einen Standort mit voller Sonne und viel Wärme, idealerweise in einem Steingarten oder auf einem Xerothermrasen (trockene, warme Magerwiesen).
Der Boden muss extrem durchlässig und eher nährstoffarm sein, um Staunässe (stehendes Wasser im Wurzelbereich) zu vermeiden.
Pflanzzeit ist von März bis Mai oder im Herbst von September bis Ende November, solange der Boden offen ist.
Setze die großen Zwiebeln flach in die Erde, sodass der obere Teil oft noch sichtbar bleibt.
In der winterlichen Wachstumsphase benötigt sie mäßig Feuchtigkeit, während der sommerlichen Ruhezeit sollte sie absolut trocken stehen.
Eine zusätzliche Düngung ist in der Regel nicht erforderlich, da die Pflanze an magere Verhältnisse angepasst ist.
Die Vermehrung gelingt am einfachsten durch das vorsichtige Abtrennen von Tochterzwiebeln während der sommerlichen Ruhephase.
Gute Partnerin: Die Echte Schafgarbe (Achillea millefolium) – beide teilen die Vorliebe für trockene, magere Standorte und ergänzen sich als heimische Arten hervorragend in einer naturnahen Wiesengesellschaft.
Die Meerzwiebel (Drimia maritima) gehört zur Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae) innerhalb der Ordnung der Spargelartigen (Asparagales). In unserer Region ist sie in Österreich heimisch, wo sie vor allem trockene, sonnenexponierte Hänge besiedelt. Charakteristisch ist ihr ungewöhnlicher Wachstumszyklus, bei dem die Blätter im Winter erscheinen und im Frühsommer einziehen. Erst nach dem Welken der Blätter treibt der blattlose, kerzengerade Blütenstand aus, was eine markante morphologische Anpassung an trockene Lebensräume darstellt.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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