Bild folgtKI-generierte IllustrationUtricularia stygia
Auch bekannt als: Dunkelgelber Wasserschlauch
Unverwechselbar ist der Dunkle Wasserschlauch (Utricularia stygia) durch seine leuchtend gelben Lippenblüten, die an aufrechten Stielen über die Wasseroberfläche ragen, während die fein zerteilten Fangblätter unter Wasser verborgen bleiben. In deinem Garten ist diese indigen (einheimische) Pflanze ein wahrer Spezialist für das Moorbeet oder den sehr nährstoffarmen Gartenteich. Als fleischfressende Art bereichert sie die Biodiversität, indem sie kleinste Wasserorganismen fängt und so das biologische Gleichgewicht im Wasser unterstützt. Da die Art auf der Roten Liste mit der Stufe 2 (stark gefährdet) geführt wird, leistest du mit ihrer Ansiedlung einen wertvollen Beitrag zum Überleben einer verschwindenden Spezies. Wenn du ein Liebhaber seltener Moorpflanzen bist, wird dich dieser kleine Überlebenskünstler jeden Sommer aufs Neue begeistern.
Stark gefährdeter Moorschatz: Hol dir den seltenen Überlebenskünstler in den Teich.
Obwohl für diese spezifische Art derzeit keine direkten Bestäuberdaten in unserer Datenbank vorliegen, ist sie als hochspezialisierte Moor-Art ein unverzichtbarer Teil intakter Ökosysteme. Nach allgemeinen Erkenntnissen der Gattung werden die gelben Blüten oft von Schwebfliegen oder Wildbienen besucht, die im Moor nach Nahrung suchen. Da der Dunkle Wasserschlauch stark gefährdet ist (Rote Liste 2), dient sein Vorkommen im Garten primär dem Erhalt der genetischen Vielfalt in der Region Deutschland. Die Pflanze fungiert zudem als 'Mikro-Prädator' im Wasser und reguliert die Population von Kleinstlebewesen, was indirekt die Wasserqualität stabilisiert. Er ist ein stiller Zeuge einer bedrohten Naturlandschaft, der in deinem Garten ein sicheres Refugium finden kann.
Achtung, die Pflanze ist als nicht kindersicher eingestuft. Dies liegt weniger an einer starken Giftigkeit, sondern primär an ihrem Lebensraum – offene Wasserstellen oder Moorbeete bergen für Kleinkinder stets ein gewisses Risiko. Zudem sollte die Pflanze aufgrund ihrer Seltenheit und Spezialisierung nicht verzehrt werden.
Licht
—
Feuchtigkeit
—
Boden
—
Blütezeit
—
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.23 m
Damit der Dunkle Wasserschlauch bei dir gedeiht, braucht er einen Standort mit viel Licht (Lichtzahl 7) und permanentem Wasserstand. Da er extrem stickstoffarme Verhältnisse (Stickstoffzahl 1) benötigt, darf das Wasser keinesfalls gedüngt sein.
Standort: Vollsonnig in einem Moorbeet oder in der Flachwasserzone eines kalkfreien Teichs.
Boden/Wasser: Nutze ausschließlich Regenwasser, da Leitungswasser meist zu viel Kalk enthält. Als Substrat eignet sich ungedüngter Torf oder spezielles Moorsubstrat.
Pflanzzeit: Idealerweise von März bis Mai oder im Herbst von September bis November, solange das Wasser frostfrei ist.
Pflege: Entferne herabfallendes Laub aus dem Wasser, um den Nährstoffeintrag gering zu halten.
Vermehrung: Im Herbst bildet die Pflanze Turionen (Winterknospen), die auf den Grund sinken und im Frühjahr neu austreiben.
Kombinationsempfehlung: Ein wunderbarer Partner ist der Fieberklee (Menyanthes trifoliata). Beide Arten teilen die Vorliebe für nasse, nährstoffarme Standorte und ergänzen sich optisch hervorragend im Uferbereich.
Der Dunkle Wasserschlauch gehört zur Familie der Wasserschlauchgewächse (Lentibulariaceae) und zur Ordnung der Lippenblütlerartigen (Lamiales). Er ist in Deutschland heimisch und besiedelt bevorzugt dystrophe (nährstoffarme, huminstoffreiche) Gewässer und Schwingrasen (auf dem Wasser schwimmende Pflanzendecken). Eine morphologische Besonderheit sind die Fangblasen an den Blattabschnitten, die nach dem Prinzip einer Unterdruckfalle funktionieren. Trotz seiner aquatischen Lebensweise weist die Datenbank eine Verbindung zu AM-Mykorrhiza (einer Symbiose mit Arbuskulären Mykorrhizapilzen) aus, was seine ökologische Komplexität unterstreicht.
•FloraWeb / BfN
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
Alle Daten sind CC BY 4.0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →