
Epipactis helleborine
Auch bekannt als: Serapias helleborine
Artengruppe
Du erkennst die Breitblättrige Ständelwurz (Epipactis helleborine) an ihren kräftigen, eiförmigen Blättern, die den Stängel fast wie eine Manschette umfassen, und den traubig angeordneten, grünlich-violetten Blüten. Diese heimische Orchidee ist ein echtes Wunder an Anpassungsfähigkeit und besiedelt oft ganz von selbst schattige Gartenbereiche. Sie zeigt dir an, dass dein Boden ein gesundes Pilzgeflecht beherbergt, da sie mit Mykorrhizapilzen (Symbiose zwischen Pilz und Pflanzenwurzel) zusammenlebt. Da sie nicht gefährdet ist, darfst du dich einfach über ihren Anblick freuen. Wenn sie bei dir auftaucht, machst du in deinem Naturgarten bereits vieles richtig.
Heimisches Orchideen-Wunder: Ein Kompliment für dein Bodenleben.
Diese Orchidee zeichnet sich durch ihre besondere Lebensweise aus: Sie geht eine Mykorrhiza (OM) ein. Das bedeutet, sie lebt in einer engen Gemeinschaft mit Bodenpilzen, von denen sie Nährstoffe bezieht. Da sie indigen (einheimisch) ist, ist sie ein fester Bestandteil unserer heimischen Natur und ein Anzeiger für ein funktionierendes Bodenökosystem. Nach aktuellen Bestäubungsdaten liegen zwar keine spezifischen Insektenbeziehungen in der Datenbank vor, doch ihre Blüten bieten im Hochsommer eine wichtige Struktur im Garten. Als krautige Pflanze bereichert sie die Biodiversität in schattigen Nischen, in denen viele andere Arten kaum wachsen.
Bitte beachte, dass die Breitblättrige Ständelwurz als nicht kindersicher eingestuft wird. Sie enthält Stoffe, die bei Verzehr ungesund sein können. Am besten betrachtest du diese Schönheit gemeinsam mit Kindern aus der Nähe, ohne Teile der Pflanze zu pflücken oder in den Mund zu nehmen.
Licht
Schatten
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Mittelzehrer (Normaler Boden)
Blütezeit
Jun – Aug
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.505 m
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Standort: Wähle einen schattigen Platz, idealerweise unter heimischen Laubbäumen oder an einer schattigen Hauswand.
Licht: Die Pflanze gedeiht am besten im Schatten; vermeide Standorte mit direkter Mittagssonne.
Boden: Ein normaler Gartenboden (Mittelzehrer) ist ideal, er sollte weder übermäßig gedüngt noch extrem mager sein.
Feuchtigkeit: Halte den Boden gleichmäßig frisch, was einem mäßig feuchten Untergrund entspricht.
Pflanzzeit: Setze Jungpflanzen im Frühling (März bis Mai) oder im Herbst (September bis November), sofern der Boden frostfrei ist.
Pflege: Lass die Pflanze nach der Blüte ungestört stehen, damit sie Kraft in ihre Speicherorgane ziehen kann.
Vermehrung: Die Art verbreitet sich oft durch Selbstaussaat, sofern die nötigen Bodenpilze vorhanden sind.
Gute Partnerin: Die Wald-Erdbeere (Fragaria vesca) schätzt ähnliche frische Schattenplätze und dient als ökologisch wertvoller Bodendecker.
Als Mitglied der Familie der Orchideen (Orchidaceae) gehört diese Art zur Ordnung der Spargelartigen. Sie ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz weit verbreitet und besiedelt bevorzugt schattige Standorte wie Laubwälder oder Gebüsche. Typisch ist ihre Wuchsform als krautige Pflanze mit einem behaarten Stängel und spiralig angeordneten Blättern. Eine botanische Besonderheit ist ihre Lebensweise als Mittelzehrer (Pflanze für Boden mit mäßigem Nährstoffgehalt) auf frischen, also mäßig feuchten Untergründen.
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
•Foto: © Adobe Stock / AdobeStock_365906169
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