
Eriophorum latifolium
An den seidig-weißen Wollschöpfen, die nach der Blüte wie Wattebäusche an den Stängeln hängen, lässt sich das Breitblättrige Wollgras (Eriophorum latifolium) sofort erkennen. Im Gegensatz zu anderen Gattungsvertretern trägt dieser Charakterkopf meist mehrere dieser weißen Büschel an einem Halm. Da die Pflanze auf der Roten Liste mit der Stufe 3 (gefährdet) geführt wird, leistest du mit ihrer Ansiedlung in Deutschland, Österreich oder der Schweiz einen echten Beitrag zum Artenschutz. Sie ist ein klassischer Schwachzehrer (Pflanze, die auf sehr nährstoffarmen Böden überlebt) und bereichert feuchte Gartenbereiche. Wenn du einen Teichrand oder ein Sumpfbeet besitzt, solltest du dieser gefährdeten Schönheit einen Platz geben.
Gefährdetes Moor-Juwel: Hol dir das weiße Funkeln in dein Sumpfbeet.
In deinem Garten übernimmt das Breitblättrige Wollgras eine wichtige Rolle als Teil eines Trittsteinbiotops (vernetzende Lebensräume für bedrohte Arten), da es nach aktuellen Daten auf der Roten Liste als gefährdet eingestuft ist. Durch seine spezielle Mykorrhiza (Symbiose zwischen Pilzen und Wurzeln) fördert es ein gesundes Bodenleben in feuchten Milieus. Zwar liegen für diese Art keine spezifischen Daten zu Bestäubern vor, doch dient die Biomasse in Sumpfbeeten als wichtiger Rückzugsort für die heimische Bodenfauna. Die markanten Fruchtstände bieten zudem im Winter Struktur und potenzielle Verstecke für Kleinstlebewesen, wenn andere Pflanzen bereits zerfallen sind.
Die Pflanze wird als nicht kindersicher eingestuft. Dies liegt an den für Sauergräser (Cyperaceae) typischen, scharfkantigen Blättern, an denen sich kleine Kinder beim Greifen Schnittwunden zuziehen können. Eine Giftwirkung ist jedoch nicht bekannt. Platziere das Gras am besten so, dass man nicht unmittelbar im Vorbeigehen hineingreifen muss.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Feucht
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Apr – Jun
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Wuchsform
Gras
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.38 m
Standort: Wähle einen vollsonnigen Platz, da die Pflanze sehr lichtbedürftig ist.
Feuchtigkeit: Der Boden muss dauerhaft feucht bis nass sein; ideal ist die Sumpfzone des Gartenteichs.
Bodenbeschaffenheit: Als Schwachzehrer benötigt sie mageren (nährstoffarmen) Boden; vermeide jegliche Düngung.
Pflanzzeit: Setze das Gras von März bis Mai oder im Herbst von September bis November, solange der Boden frostfrei ist.
Pflege: Ein Rückschnitt im Herbst ist nicht notwendig, da die abgestorbenen Halme die Pflanze im Winter schützen.
Vermehrung: Die Art breitet sich langsam über Rhizome (unterirdische Kriechsprosse) aus, ohne zu wuchern.
Kombinationsempfehlung: Eine hervorragende Partnerin ist die Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris).
Ökologische Begründung: Beide Arten teilen den Standortanspruch an nasse Füße und fördern die floristische Vielfalt an Gewässerrändern.
Das Breitblättrige Wollgras gehört zur Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae) und ist in unseren Breiten indigen (einheimisch). Es besiedelt bevorzugt kalkhaltige Niedermoore und Quellfluren, was es ökologisch von Arten unterscheidet, die saure Moore bevorzugen. Die Pflanze bildet kurze Ausläufer und besitzt für die Gattung untypisch breite, flache Blätter. Eine Besonderheit ist die Symbiose mit Mykorrhiza-Pilzen (Wurzelpilze), speziell dem VAR-Typ (Vesikulär-Arbuskuläre Mykorrhiza), die der Pflanze hilft, in extrem nährstoffarmen Lebensräumen zu bestehen.
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
•Foto: © Adobe Stock / AdobeStock_508895512
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