Bild folgtKI-generierte IllustrationErodium ciconium
Auch bekannt als: Erodium ciconium
Wer den Großen Reiherschnabel (Erodium ciconium) einmal gesehen hat, vergisst ihn nicht: Er fällt sofort durch seine ungewöhnlich langen, bis zu zehn Zentimeter langen Fruchtschnäbel auf, die ihm seinen Namen gaben. Die Pflanze ist ein wertvoller Nektarspender für Insekten, die auf trockenwarme Lebensräume spezialisiert sind. Durch seine Fähigkeit, Trockenperioden gut zu überstehen, ist er ein zukunftssicherer Bewohner für den naturnahen Garten. Wenn du ihm ein Plätzchen auf magerem Boden gönnst, wirst du mit einer architektonisch reizvollen Pflanze belohnt.
Architektonisches Wunderwerk mit beeindruckenden Fruchtschnäbeln für Sonnenplätze.
Der Große Reiherschnabel dient als wichtige Nahrungsquelle für Bestäuber in trockenen Lebensräumen. Da er oft dann blüht, wenn andere Wiesenblumen unter Hitze leiden, bietet er verlässlich Nektar und Pollen. Nach aktuellen Beobachtungen profitieren vor allem solitäre Wildbienen und Schwebfliegen von seinem Angebot. Im Winter stellen die Samen eine wertvolle Nahrungsressource für bodenfressende Vögel dar. Ein besonderes ökologisches Schauspiel ist die Selbstaussaat: Die langen Grannen der Früchte reagieren auf Luftfeuchtigkeit und bohren den Samen aktiv in den Boden ein, was die Keimchancen an offenen Bodenstellen deutlich erhöht.
Achtung, die Pflanze ist laut Datenbank nicht als kindersicher eingestuft. Dies liegt vor allem an den sehr langen, harten und spitzen Fruchtschnäbeln, die bei Kontakt zu kleinen Stichverletzungen führen oder in der Kleidung hängen bleiben können. Es ist ratsam, die Pflanze nicht direkt an Spielbereichen von Kleinkindern zu platzieren.
Licht
—
Feuchtigkeit
—
Boden
—
Blütezeit
Jun – Jun
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.26 m
Standort: Wähle einen vollsonnigen, warmen Platz in deinem Garten.
Boden: Ideal ist ein durchlässiger, eher sandiger und nährstoffarmer Boden. Staunässe (stehendes Wasser) muss unbedingt vermieden werden.
Pflanzzeit: Du kannst ihn von März bis Mai oder im Herbst von September bis November setzen, solange der Boden nicht gefroren ist.
Pflege: Da die Art oft kurzlebig ist, solltest du die Fruchtstände nicht sofort zurückschneiden. So kann er sich durch Selbstaussaat dauerhaft im Garten halten.
Vermehrung: Die Pflanze sorgt meist selbst für Nachkommen; alternativ kannst du die reifen Samen im Spätsommer einsammeln und direkt an Ort und Stelle aussäen.
Wässern: Nur in der Anwachsphase oder bei extrem langanhaltender Trockenheit gießen.
Gute Partnerin: Der Gewöhnliche Natternkopf (Echium vulgare) – beide teilen die Vorliebe für magere Standorte und ergänzen sich hervorragend in ihrer Wuchsform und ökologischen Funktion.
Der Große Reiherschnabel gehört zur Familie der Storchschnabelgewächse (Geraniaceae) und ist in Mitteleuropa vor allem in Österreich heimisch. Sein natürlicher Lebensraum sind Xerothermrasen (trockene, warme Magerwiesen) und sandige Ruderalstellen (unbebaute Rohbodenflächen). Er wächst meist ein- oder zweijährig und bildet zunächst eine flach am Boden liegende Blattrosette aus gefiederten Blättern. Die Blüten stehen in Dolden und zeigen die für die Gattung typischen fünf Blütenblätter in zarten Violetttönen. Besonders markant ist der hygroskopische Mechanismus (durch Feuchtigkeit gesteuerte Bewegung) der Teilfrüchte, die sich bei Trockenheit korkenzieherartig eindrehen.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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