Bild folgtKI-generierte IllustrationGracilia minuta
An seinem schmalen, rötlich-braunen Körper und den auffällig langen, fadenförmigen Fühlern lässt sich das Weidenböckchen sofort erkennen. Mit einer Körperlänge von nur drei bis sieben Millimetern gehört dieser Käfer zu den kleinsten Vertretern der Bockkäfer. Du wirst ihn meist ab Mai entdecken, wenn die neue Generation schlüpft. Pro Jahr entwickelt sich in der Regel eine Generation, wobei die Weibchen ihre Eier einzeln in feine Risse von trockenem Holz ablegen. Die Larven ernähren sich ausschließlich von abgestorbenem Holz (Xylophagie), bevorzugt von der Silber-Weide (Salix alba) oder der Hasel (Corylus avellana). Da die Larven im Inneren des Holzes fressen, überwintert das Tier dort auch geschützt vor Frost. Im Garten ist das Weidenböckchen nützlich, da es zur Zersetzung von Totholz beiträgt. Du kannst die Art fördern, indem du abgestorbene Weidenzweige oder alte Weidenkörbe nicht entsorgst, sondern an einem sonnigen, trockenen Ort belässt. Die erwachsenen Käfer besuchen im Frühsommer gelegentlich Blüten des Weißdorns (Crataegus), um Pollen zu fressen, während sie im Herbst nicht mehr aktiv sind.
Das Weidenböckchen ist völlig harmlos und ein gern gesehener Gartenbesucher. Es besitzt keinen Stachel und kann Menschen nicht beißen. Da es ausschließlich trockenes, dünnes Totholz besiedelt, stellt es keine Gefahr für gesunde Bäume oder tragende Holzteile an Gebäuden dar.
Das Weidenböckchen (Gracilia minuta) gehört zur Familie der Bockkäfer (Cerambycidae) innerhalb der Ordnung der Käfer. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Art heimisch und weit verbreitet, wird aber aufgrund ihrer geringen Größe oft übersehen. Kennzeichnend sind die rötlich-braune Färbung und der extrem schlanke Körperbau. Von ähnlichen Arten unterscheidet es sich durch die Kombination aus winziger Statur und den sehr langen Fühlern der Männchen. Es besiedelt bevorzugt sonnige Waldränder, Hecken und naturnahe Gärten mit Altbeständen an Weidengebüsch.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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