Bild folgtKI-generierte IllustrationHedwigia ciliata
Auch bekannt als: Hedwigia ciliata
An den silbrig-grauen Polstern, die bei Trockenheit fast weiß leuchten, lässt sich das Wimper-Grünhütchen (Hedwigia ciliata) sofort erkennen. Es bildet dichte Kissen auf Steinen und Mauern, wobei die einzelnen Blättchen in feine Glashaare (farblose, durchscheinende Blattspitzen) auslaufen. Da diese Art extremen Bedingungen trotzt, ist sie ein wichtiger Bestandteil naturnaher Steingärten und Trockenmauern. In deinem Garten übernimmt sie die Rolle eines Feuchtigkeitsspeichers auf kargen Flächen. Schau dir die Polster bei feuchtem Wetter an, wenn sie ihr sattes Grün entfalten. Du kannst diesen Überlebenskünstler ganz einfach fördern, indem du ihm einen Platz auf sonnigen Steinen überlässt.
Der silbrige Überlebenskünstler für heiße Steine und trockene Mauern.
Das Wimper-Grünhütchen spielt eine wesentliche Rolle als Pionierart (Erstbesiedler) auf Gesteinsflächen. Es besiedelt nackten Stein und bereitet durch die allmähliche Humusbildung den Boden für nachfolgende Pflanzen vor. Die dichten Polster speichern Regenwasser wie ein Schwamm und geben es langsam wieder ab, was das Mikroklima (lokales Klima in Bodennähe) stabilisiert. Zudem bietet die Struktur der Mooskissen Schutz und Lebensraum für zahlreiche Kleinstlebewesen, die auf heißen Gesteinsoberflächen überleben müssen. Im Winter bleiben die Kissen grün und bieten eine wichtige Bodenstruktur. Da es keine Blüten ausbildet, liefert es zwar keinen Nektar, ist aber für die Feuchtigkeitsregulierung im Naturgarten unverzichtbar.
Nach den vorliegenden Daten ist die Pflanze nicht als kindersicher eingestuft. Auch wenn keine akuten Vergiftungsfälle bei Moosen dieser Art bekannt sind, sollten Kinder darauf hingewiesen werden, die Polster nicht in den Mund zu nehmen. Eine Verwechslungsgefahr mit giftigen Blütenpflanzen besteht aufgrund der moosartigen Wuchsform nicht.
Licht
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Feuchtigkeit
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Boden
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Blütezeit
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Wähle für das Wimper-Grünhütchen einen vollsonnigen Platz auf Steinen oder einer Trockenmauer aus.
Standort: Die Pflanze verträgt volle Besonnung (Lichtwert 9) und benötigt einen sehr hellen Platz.
Feuchtigkeit: Mit einem Feuchtewert von 2 ist sie ein Trockniszeiger und kommt mit extrem wenig Wasser aus.
Bodenbeschaffenheit: Als Untergrund eignet sich ausschließlich saures Gestein; normale Gartenerde würde das Moos ersticken.
Pflanzzeit: Setze Polsterstücke von März bis Mai oder von September bis November auf raue Steinflächen auf.
Vermehrung: Das Moos verbreitet sich über Sporen oder durch das vorsichtige Teilen bestehender Polster.
Pflege: Ein Rückschnitt ist nicht möglich; entferne lediglich herabgefallenes Laub, damit das Moos Licht bekommt.
Düngung: Da es an nährstoffarme Plätze angepasst ist, darfst du es keinesfalls düngen.
Gute Partnerin: Die Heide-Nelke (Dianthus deltoides) – beide Arten teilen die Vorliebe für magere, saure und sonnige Standorte an Mauerkronen.
Das Wimper-Grünhütchen (Hedwigia ciliata) gehört zur Familie der Hedwigiaceae innerhalb der Ordnung der Grimmiales (Laubmoose). In Deutschland und Österreich ist dieses Moos weit verbreitet und besiedelt vor allem kalkfreies Silikatgestein (kieselsäurehaltiges Gestein). Typisch für diese Art ist der Wuchs in lockeren bis dichten Polstern und das Fehlen einer Mittelrippe in den Blättern, was man unter einer Lupe gut sehen kann. Die Pflanze ist ein ausgesprochener Spezialist für xerotherme (trockene und warme) Standorte im Gebirge und im Flachland.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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