Bild folgtKI-generierte IllustrationHordeum marinum
Auch bekannt als: Strandgerste, Trockenborstige Strandgerste, Dünen-Gerste, Echte Strandgerste, Strand-Gerste, Dünengerste, Trockenborstige Strand-Gerste, Echte Strand-Gerste
Wer die Deich-Gerste (Hordeum marinum) einmal gesehen hat, vergisst sie nicht: Ihre kompakten, fast bürstenartigen Ähren fallen durch die langen, weit abstehenden Grannen (borstige Spitzen an den Spelzen) sofort auf. Dieses zierliche Gras ist ein echter botanischer Schatz, da es in unserer Region auf der Roten Liste mit dem Status 0 (ausgestorben oder verschollen) geführt wird. Indem du es in deinem Garten anbaust, wirst du zum aktiven Artenschützer für eine Pflanze, die in der freien Natur kaum noch eine Chance hat. Da keine spezifischen Daten zu Bestäubern vorliegen, bietet dir das Gras die Möglichkeit für eigene Naturbeobachtungen. Es verleiht deinen Beeten eine natürliche Wildnis-Struktur und dient Vögeln im Winter als Rückzugsort. Hol dir dieses Stück Zeitgeschichte direkt an deine Terrasse.
Ein fast verlorener Schatz: Hol dir die seltene Deich-Gerste in den Garten.
Der ökologische Wert der Deich-Gerste liegt vor allem in ihrer extremen Seltenheit. Da sie laut aktueller Datenlage auf der Roten Liste als ausgestorben oder verschollen (Status 0) gilt, fungiert jeder Gartenstandort als wichtiges Refugium für den Genpool dieser Art. Zwar liegen keine spezifischen Daten zu Bestäuberbesuchen vor, doch Gräser sind grundsätzlich wichtige Strukturelemente für die Artenvielfalt. Im Winter bieten die stehengelassenen Halme kleinen Insekten einen Platz zum Überdauern und Vögeln eine potenzielle Nahrungsquelle durch die verbliebenen Samenkörner. Durch die Kultivierung förderst du die biologische Vielfalt abseits der weit verbreiteten Standardpflanzen. Es ist eine stille, aber effektive Form des Artenschutzes.
Die Deich-Gerste gilt als nicht kindersicher. Ihre langen Grannen (borstige Spitzen) besitzen winzige Widerhaken, die sich in Kleidung, Haut oder Tierfell verhaken und dort Reizungen oder Entzündungen hervorrufen können. Die Pflanze selbst ist jedoch ungiftig und birgt keine Gefahr bei versehentlichem Verschlucken.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Mittelzehrer (Normaler Boden)
Blütezeit
Mai – Jul
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Wuchsform
Gras
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.17 m
Suche für die Deich-Gerste einen vollsonnigen Platz in deinem Garten aus.
Der Boden sollte 'frisch' (mäßig feucht) sein, sodass er nie ganz austrocknet, aber auch keine Staunässe bildet.
Als Mittelzehrer (Pflanze mit mäßigem Nährstoffbedarf) kommt sie mit normalem Gartenboden ohne zusätzliche Düngung bestens zurecht.
Die ideale Pflanzzeit ist im Frühjahr von März bis Mai oder im Herbst zwischen September und November.
Achte beim Pflanzen darauf, dass der Boden offen und nicht gefroren ist.
Da sie meist einjährig wächst, solltest du die Samenstände im Sommer nicht abschneiden, damit sie sich selbst aussäen kann.
Die reifen Samen fallen aus und keimen im nächsten Jahr von selbst wieder an geeigneten Stellen.
Ein Rückschnitt der vertrockneten Halme erfolgt erst im späten Februar, um Überwinterungsplätze zu erhalten.
Gute Partnerin: Die Strand-Grasnelke (Armeria maritima) - beide Arten teilen eine Vorliebe für sonnige Standorte und erzeugen zusammen eine maritime, naturnahe Optik.
Die Deich-Gerste (Hordeum marinum) ist ein Vertreter der Familie der Süßgräser (Poaceae) und gehört zur Ordnung der Süßgrasartigen (Poales). Sie wird als Archäophyt (Pflanze, die vor 1492 ohne direktes menschliches Zutun eingeführt wurde) oder indigen (einheimisch) eingestuft. In der Natur besiedelt sie bevorzugt salzhaltige Standorte und Trittgesellschaften an den Küsten. Die Pflanze wächst einjährig oder überwinternd einjährig und erreicht Wuchshöhen zwischen 10 und 40 Zentimetern. Charakteristisch sind die Ährchen, die in Dreiergruppen an der Ährenspindel angeordnet sind, wobei die seitlichen Ährchen meist männlich oder steril sind.
3 Videos zu Deich-Gerste



•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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