Bild folgtKI-generierte IllustrationHygrohypnum styriacum
Auch bekannt als: Hygrohypnum styriacum
Schon von weitem fällt das Steirische Bachmoos (Hygrohypnum styriacum) durch seine dichten, dunkelgrünen bis bräunlichen Matten auf, die sich eng an Steine in fließendem Wasser schmiegen. Dieses seltene Moos ist eine Bereicherung für naturnahe Gärten mit Gebirgsbach-Charakter, da es das Wasser filtert und wertvollen Lebensraum für Kleinstlebewesen im Wasser bietet. In seinen feinen Strukturen finden beispielsweise die Larven von Steinfliegen (Plecoptera) oder Eintagsfliegen (Ephemeroptera) Schutz und Nahrung. Nach aktuellen Beobachtungen zur Gewässerökologie stabilisiert es zudem das Mikroklima an Bachrändern. Wenn du einen kühlen Quellstein oder einen Bachlauf mit kalkarmem Gestein besitzt, ist dieses Moos ein faszinierendes Element für deine alpine Pflanzensammlung.
Ein Stück alpine Wildnis für deinen kühlen Gebirgsbach oder Quellstein.
Dieses Moos übernimmt in deinem Garten die Rolle eines biologischen Filters und Lebensraums für das Makrozoobenthos (mit bloßem Auge erkennbare wirbellose Tiere der Gewässersohle). Es bietet Versteckmöglichkeiten für die Larven der Gebirgsstelze (Motacilla cinerea), die dort nach Nahrung sucht. In den dichten Polstern siedeln sich Kleinstlebewesen wie Bachflohkrebse (Gammarus fossarum) an, die eine wichtige Basis in der Nahrungskette darstellen. Da Moose keine Blüten besitzen, bieten sie zwar keinen Nektar, sind aber als Eiablageplatz für wasserlebende Insekten unverzichtbar. Im Winter dienen die immergrünen Matten als schützender Rückzugsort für aquatische Organismen unter der Eisdecke.
Nach vorliegenden Daten ist das Steirische Bachmoos nicht als kindersicher eingestuft. Dies liegt primär an seinem bevorzugten Standort in oder an fließenden Gewässern, was für kleine Kinder eine Gefahr durch Ausrutschen oder Ertrinken darstellen kann. Die Pflanze selbst gilt nicht als giftig, sollte aber aufgrund ihres speziellen Lebensraums nur dort gepflanzt werden, wo die Wasserstelle ausreichend gesichert ist.
Licht
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Das Steirische Bachmoos benötigt einen Standort, der dem Ellenberg-Feuchtewert 11 bis 12 entspricht, was bedeutet, dass es ständig von Wasser überflossen oder zumindest nass gehalten werden muss.
Der ideale Platz ist ein kühler Bachlauf oder ein Quellstein im Halbschatten.
Achte auf die Bodenbeschaffenheit: Es benötigt kalkarmes Gestein wie Granit oder Gneis; auf Kalkstein (Karbonatgestein) gedeiht es nicht.
Die Pflanzzeit liegt zwischen März und Mai oder im Herbst von September bis November, solange das Wasser eisfrei ist.
Zur Ansiedlung kannst du kleine Moospolster vorsichtig mit einer dünnen Angelschnur auf rauen Steinen fixieren, bis sie von selbst festwachsen.
Eine Vermehrung erfolgt im Garten am einfachsten durch Teilung der vorhandenen Polster.
Da es ein Spezialist für sauberes Wasser ist, sollte das Wasser im Teich- oder Bachsystem regelmäßig gefiltert werden.
Gute Partnerin: Die Gegenblättrige Milzkraut (Chrysosplenium oppositifolium) – beide teilen die Vorliebe für schattige, nasse Standorte an kühlen Quellrändern.
Das Steirische Bachmoos gehört zur Familie der Amblystegiaceae (Stumpfdeckelmoose) und ist in den Gebirgsregionen Österreichs heimisch. Es besiedelt bevorzugt Silikatgestein (kalkfreie Gesteine wie Granit oder Gneis) in kalten, schnell fließenden Gebirgsbächen oder in der Spritzwasserzone von Wasserfällen. Die Pflanze wächst niederliegend oder leicht aufsteigend und bildet unregelmäßig verzweigte Triebe. Ein typisches Merkmal sind die eiförmigen, oft leicht sichelförmig gebogenen Blättchen, die an der Spitze meist stumpf auslaufen. Als typischer Bewohner montaner bis alpiner Lagen ist es perfekt an sauerstoffreiches, nährstoffarmes Wasser angepasst.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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