Bild folgtKI-generierte IllustrationHyoscyamus albus
Auch bekannt als: Weißes Bilsenkraut
Gebietsfremde Art (Neophyt)
Diese Pflanze ist in Mitteleuropa nicht heimisch. Sie wurde nach 1492 eingeführt und hat sich in der freien Landschaft etabliert. Dokumentierte Interaktionen mit heimischer Fauna sind unten aufgeführt — sie ersetzen jedoch nicht den ökologischen Wert heimischer Pflanzen.
Mit ihren cremeweißen Trichterblüten und der weichen, klebrigen Behaarung fällt das Weiße Bilsenkraut sofort auf. In deinem Garten übernimmt dieses Nachtschattengewächs die Rolle eines spezialisierten Hitzekünstlers für sonnig-trockene Ecken, an denen viele andere Pflanzen aufgeben. Da die Art erst spät im August blüht, schließt sie eine wichtige Lücke im sommerlichen Nahrungsangebot. Die leichte Windausbreitung sorgt dafür, dass sie sich ihre Plätze oft selbst sucht und so Dynamik in deine Pflanzgemeinschaft bringt. Wenn du Freude an seltenen, geschichtsträchtigen Wildpflanzen hast und einen naturnahen Raum pflegst, wirst du dieses Kraut schätzen.
Mediterraner Hitzekünstler: Das Weiße Bilsenkraut bringt Leben in trockene Ecken.
Die Pflanze erreicht ihre Hauptblütezeit im August und dient somit als wichtige Ressource, wenn viele Frühsommerblüher bereits verblüht sind. Das leichte Diasporengewicht von 0.275 mg ermöglicht eine Wind- oder Fernausbreitung, wodurch die Art effizient neue Lebensräume im Garten besiedelt. Als krautige Pflanze liefert sie während der Vegetationsperiode frische Blattmasse für spezialisierte Insektengruppen. Im Winter bieten die stehengelassenen, trockenen Stängel wichtige Überwinterungsstrukturen für kleine Gliedertiere. Nach aktuellen Beobachtungen wird die Art regelmäßig von verschiedenen Bestäubern besucht, die in trocken-warmen Habitaten heimisch sind.
Die Pflanze ist in allen Teilen – besonders in Blättern, Samen und Wurzeln – sehr giftig. Sie enthält Alkaloide wie Hyoscyamin und Scopolamin, weshalb sie nicht kindersicher ist und Vergiftungsgefahr durch Einnahme besteht. Im Falle eines Unfalls kontaktiere bitte umgehend den Giftnotruf unter 0228 19 240.
Licht
—
Feuchtigkeit
—
Boden
—
Blütezeit
Aug – Aug
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.581 m
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Wähle einen vollsonnigen Platz, idealerweise an einer warmen Mauer oder in einem Steingarten.
Der Boden sollte durchlässig und eher nährstoffreich sein, um das schnelle Wachstum zu unterstützen.
Vermeide Staunässe (stehendes Wasser), da die Wurzeln empfindlich auf zu viel Feuchtigkeit reagieren.
Die ideale Pflanzzeit liegt im Frühling von März bis Mai, sobald der Boden frostfrei ist.
Halte einen Pflanzabstand von etwa 30 cm ein, damit sich die breitblättrige Rosette gut entfalten kann.
Da die Pflanze nicht verholzt, benötigt sie keinen Rückschnitt; lass sie nach der Blüte einfach stehen.
Die Vermehrung erfolgt durch Selbstaussaat mittels der nur 0.275 mg leichten Samen (Diasporen), die vom Wind verbreitet werden.
Gute Partnerin: Die Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus) – beide teilen die Vorliebe für nährstoffreiche Ruderalstandorte und ergänzen sich optisch hervorragend.
Das Weiße Bilsenkraut (Hyoscyamus albus) gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Es ist eine krautige, nicht verholzende Pflanze, die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt und in Mitteleuropa bevorzugt auf Ruderalstellen (nährstoffreiche Schutt- und Ödlandflächen) wächst. Typisch für diesen Standort sind Xerothermbedingungen (trockene, warme Verhältnisse), an die sich die Pflanze perfekt angepasst hat. Mit einer Wuchshöhe von genau 0.58 m bleibt sie kompakt. Ihre breitblättrige Struktur und der Verzicht auf Verholzung kennzeichnen sie als typischen Ein- bis Zweijährigen.
1 Video zu Weißes Bilsenkraut
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Checklist Alien Plants Belgium — Verloove F (2023), Botanic Garden Meise (CC BY 4.0)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
Alle Daten sind CC BY 4.0, CC0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →