Bild folgtKI-generierte IllustrationJuncus filiformis
Auch bekannt als: Faden-Simse, jonc filiforme
Du erkennst die Faden-Binse an ihren ungewöhnlich dünnen, fadenförmigen Halmen, die eher wie grüne Drähte als wie Blätter wirken. In deinem Naturgarten ist sie besonders wertvoll, da sie als spezialisierte Art auf der Roten Liste steht und bedrohte Lebensräume im Kleinen nachbildet. Da sie indigen (einheimisch) ist, fügt sie sich perfekt in die hiesige Flora ein und unterstützt die Bodenstabilität an nassen Stellen. Mit ihrer Hilfe verwandelst du schwierige, feuchte Ecken in eine wertvolle Schutzzone für bedrohte Pflanzenvielfalt. Hol dir dieses zierliche Stück Wildnis direkt an deinen Gartenteich.
Zierliche Rote-Liste-Art: Ein heimischer Spezialist für deine feuchten Gartenstellen.
Als Art der Roten Liste (Status V, Vorwarnliste) hat die Faden-Binse einen hohen Stellenwert für den Erhalt der biologischen Vielfalt in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie ist indigen (einheimisch) und besetzt eine ökologische Nische an nassen, nährstoffarmen Standorten, die heute immer seltener werden. Durch ihre Vesikulär-arbuskuläre Mykorrhiza (Symbiose mit Bodenpilzen) trägt sie wesentlich zur Bodengesundheit in Feuchtbereichen bei. Zwar fehlen spezifische Bestäubungsdaten zu Insekten, doch bieten ihre dichten Bestände wichtigen Lebensraum und Deckung für Amphibien. Die Samen der Binse dienen im Winter als natürliche Nahrungsquelle für verschiedene Vogelarten der Uferzonen.
Es besteht keine Verwechslungsgefahr mit giftigen Pflanzenarten. Die Faden-Binse selbst ist ungiftig, gilt jedoch aufgrund ihrer spitzen, harten Halme als nicht kindersicher, da ein Verletzungsrisiko für die Augen besteht. Achte darauf, sie nicht unmittelbar neben Spielbereichen für Kleinkinder zu pflanzen.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Feucht
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Jun – Aug
Bodenreaktion
Mäßig sauer bis neutral
Bioregion
Continental
Wuchsform
Gras
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.3 m
Standort: Wähle einen vollsonnigen Platz am Teichrand oder in einer feuchten Senke.
Boden: Die Erde muss dauerhaft feucht bis nass sein. Da die Pflanze ein Schwachzehrer (Pflanze mit geringem Nährstoffbedarf) ist, sollte der Boden mager und ungedüngt sein.
Mykorrhiza: Die Pflanze geht eine VAR (Vesikulär-arbuskuläre Mykorrhiza, eine Pilz-Wurzel-Symbiose) ein, was ihr hilft, in nährstoffarmen Böden zu überleben.
Pflanzzeit: Setze sie zwischen März und Mai oder im Herbst von September bis November ein.
Pflege: Ein Rückschnitt ist nicht erforderlich; die alten Halme schützen das Herz der Pflanze im Winter.
Vermehrung: Eine Teilung des Wurzelstocks im zeitigen Frühjahr ist die einfachste Methode.
Kombination: Gute Nachbarin ist das Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis scorpioides). Beide Arten bevorzugen nasse, sonnige Standorte und ergänzen sich optisch durch die feine Textur der Binse und die blauen Blüten des Vergissmeinnichts.
Die Faden-Binse (Juncus filiformis) ist ein Vertreter der Binsengewächse (Juncaceae) und in der gesamten DACH-Region heimisch. Sie besiedelt bevorzugt Standorte wie Flachmoore, Gräben oder feuchte Magerwiesen. Morphologisch auffällig ist der pseudolaterale Blütenstand (scheinbar seitlich stehende Blüten), bei dem das oberste Hochblatt wie eine gerade Fortsetzung des Stängels aussieht. Die Halme sind markig ausgefüllt und besitzen keine Knoten, was sie deutlich von echten Gräsern unterscheidet.
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•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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