Bild folgtKI-generierte IllustrationLinum viscosum
An seinen klebrig behaarten Stängeln und den zartrosa Blüten mit dunklerer Aderung lässt sich der Klebrige Lein (Linum viscosum) sofort erkennen. Diese seltene Wildpflanze ist ein spezialisierter Bewohner von Xerothermrasen (trockene, warme Magerwiesen) und gilt in Deutschland mit der Stufe 2 der Roten Liste als stark gefährdet. Er lebt in einer engen Symbiose mit Arbuskulären Mykorrhizapilzen (AM – Pilze, die Nährstoffe gegen Zucker austauschen) und hilft so, das Bodenleben stabil zu halten. Da er ein Archäophyt (eine vor 1492 eingewanderte Art) ist, gehört er seit Jahrhunderten zu unserer Kulturlandschaft. Wenn du einen sonnigen, mageren Platz in deinem Garten hast, gibst du dieser bedrohten Schönheit ein wichtiges Refugium.
Seltene Schönheit für Kalkböden: Schütze den gefährdeten Klebrigen Lein.
In der Natur besetzt dieser Lein eine ökologische Nische auf extrem nährstoffarmen Flächen, die für viele andere Arten unbewohnbar sind. Er fördert durch seine Arbuskuläre Mykorrhiza (AM) die Gesundheit des Bodenökosystems, indem er ein Netzwerk mit nützlichen Pilzen bildet. Da die Pflanze in Deutschland als stark gefährdet (Rote Liste 2) eingestuft ist, dient jede Ansiedlung im Garten der Erhaltung des regionalen Genpools dieser seltenen Art. Zwar liegen keine spezifischen Daten zu Bestäubern vor, doch bereichert er als indigene (einheimische) Art das Angebot in trockenen Lebensräumen. Die Samenreife bietet zudem potenziell Nahrung für Vögel in den Herbstmonaten.
Der Klebrige Lein (Linum viscosum) wird als nicht kindersicher eingestuft. Er ist zwar nicht hochgiftig, sollte aber dennoch nicht verzehrt werden und ist daher in Gärten mit kleinen Kindern mit Bedacht zu platzieren. Eine Verwechslung mit dem blau blühenden Gemeinen Lein (Linum usitatissimum) ist aufgrund der rosa Farbe und der auffälligen Klebehaare fast ausgeschlossen.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Trocken
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Mai – Jul
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.42 m
Standort: Wähle einen vollsonnigen Platz, da die Pflanze sehr lichthungrig ist.
Boden: Der Boden muss mager und ungedüngt sein, da die Art als Schwachzehrer (Pflanze mit geringem Nährstoffbedarf) gilt. Kalkreiche Erde wird bevorzugt.
Feuchtigkeit: Ein trockener Standort ist ideal; Staunässe führt schnell zu Wurzelschäden.
Pflanzzeit: Setze junge Pflanzen von März bis Mai oder im Herbst zwischen September und November in den Boden.
Pflege: Düngergaben sind tabu, da diese die Pflanze verdrängen würden. Ein Rückschnitt der vertrockneten Triebe erfolgt am besten im späten Februar.
Vermehrung: Die Aussaat im zeitigen Frühjahr direkt an Ort und Stelle ist die sicherste Methode.
Kombinationsempfehlung: Gute Pflanzpartnerin ist die Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria). Beide Arten sind typische Bewohner magerer Kalkstandorte, teilen die gleichen Standortansprüche und fördern gemeinsam die floristische Vielfalt auf kargem Boden.
Der Klebrige Lein (Linum viscosum) gehört zur Familie der Leingewächse (Linaceae) innerhalb der Ordnung der Malpighienartigen (Malpighiales). Er ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die vorwiegend in Deutschland und Österreich auf kalkreichen Halbtrockenrasen vorkommt. Typisch für diese Art ist die drüsig-klebrige Behaarung, die fast die gesamte Pflanze überzieht und sie von anderen Leinarten unterscheidet. Die Blütenstände erreichen meist eine Wuchshöhe von 30 bis 60 Zentimetern und zeigen sich in einem charakteristischen Hellrosa.
1 Video zu Klebriger Lein

•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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