Bild folgtKI-generierte IllustrationLithothamnium ramosissimum
Unverwechselbar ist Lithothamnium ramosissimum durch seine steinernen, korallenähnlichen Verästelungen, die du als helle Einschlüsse im Gestein findest. Da es sich um eine fossile Kalkrotalge handelt, ist sie ein faszinierender Zeuge der Urzeit in deinem Garten. Da die Art bereits vor Jahrmillionen ausgestorben ist, dient sie heute nicht mehr als aktive Futterpflanze für Insekten. Dennoch ist sie ökologisch wertvoll, da sie den Boden mineralisiert und so die Lebensgrundlage für die Gewöhnliche Schafgarbe (Achillea millefolium) schafft. Schau einmal genau hin, ob du in deinen Gartensteinen diese feinen, versteinerten Strukturen entdecken kannst.
Erdgeschichte zum Anfassen: Die fossile Kraft des österreichischen Leithakalks.
Da Lithothamnium ramosissimum eine fossile Art ist, liegen nach aktuellen Bestäubungsdaten keine direkten Interaktionen mit lebenden Insekten vor. Weder Wildbienen noch Schmetterlinge nutzen die versteinerte Alge als Nektarquelle oder Futterpflanze. Ihr ökologischer Wert liegt in der Bodenverbesserung durch die langsame Abgabe von Calciumcarbonat (Kalk). Davon profitieren indirekt Vögel wie der Haussperling (Passer domesticus), die kleine Kalkbröckchen für den Bau ihrer Eierschalen benötigen. Auch Gehäuseschnecken nutzen das mineralische Angebot für ihren Schalenaufbau. Da kein Nektar produziert wird, gibt es keine quantitativen Werte für Bestäuberbesuche. Das Gestein dient jedoch als wichtiger Wärmespeicher für Eidechsen und andere wechselwarme (von der Außentemperatur abhängige) Tiere.
Die Datenbank stuft die Art als nicht kindersicher ein. Dies liegt an den oft scharfen, harten Kanten des Gesteins und der Gefahr beim Verschlucken kleinerer Fossilienteile durch Kleinkinder. Es sind keine Giftstoffe enthalten, aber beim Bearbeiten von kalkhaltigem Material kann Staub entstehen, der die Atemwege reizen kann.
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Da es sich um ein Fossil handelt, entfällt das klassische Gärtnern, doch du kannst das kalkhaltige Material gezielt zur Bodenverbesserung nutzen.
Ein idealer Platz für kalkhaltiges Gestein ist ein sonniger Standort, der die Wärme für Tiere speichert.
Der Boden profitiert von der mineralischen Anreicherung, besonders wenn du kalkliebende Wildblumen fördern möchtest.
Eine Ausbringung oder Platzierung von mineralischen Bestandteilen erfolgt am besten im Frühjahr von März bis Mai oder im Herbst bis Ende November.
Eine Vermehrung ist bei dieser ausgestorbenen Art naturgemäß nicht möglich.
Achte darauf, das Gestein stabil zu lagern, damit es seine ästhetische Wirkung im Alpinum (Steingarten mit Gebirgspflanzen) entfalten kann.
Eine Pflege im biologischen Sinne ist nicht nötig, da das mineralisierte Material dauerhaft formstabil bleibt.
Nutze die Steine, um Trockenbereiche zu strukturieren und Kleinklimazonen (eng begrenzte Gebiete mit besonderen Klimabedingungen) zu schaffen.
Gute Partnerin: Die Gewöhnliche Schafgarbe (Achillea millefolium) – sie schätzt die mineralische Basis und das durch den Kalk beeinflusste Bodenmilieu.
Durch die Kombination mit heimischen Wildblumen wertest du das mineralische Erbe in deinem Garten ökologisch auf.
Lithothamnium ramosissimum ist eine fossile Rotalge aus der Familie der Corallinaceae (Kalkrotalgen). Sie war im Miozän (Erdzeitalter vor etwa 15 Millionen Jahren) in den warmen Flachmeeren Österreichs beheimatet. Durch die Einlagerung von Kalk in ihre Zellwände blieb ihre Struktur bis heute in Gesteinsschichten wie dem Leithakalk erhalten. Typisch für diese Art ist der stark verzweigte Wuchs, der auch für Laien im Bruchstein gut als filigranes Muster erkennbar ist.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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