Bild folgtKI-generierte IllustrationSpinulum annotinum
Auch bekannt als: Sprossender Bärlapp, lycopode à feuilles de genévrier, Schlangenbärlapp, Schlangen-Bärlapp
Unverwechselbar ist der Sprossende Bärlapp (Spinulum annotinum) durch seine am Boden kriechenden, moosähnlichen Triebe, die durch kleine, spitze Blätter wie winzige Tannenwedel wirken. Mit dieser Pflanze holst du dir ein echtes Urzeit-Relikt in den Garten, das besonders in schattigen Bereichen wertvolle Struktur bietet. Da die Art in der Natur seltener wird, leistest du mit ihrer Ansiedlung einen Beitrag zum Schutz heimischer Gefäßsporenpflanzen. Die dichten Polster dienen als wichtiger Rückzugsort für räuberische Laufkäfer (Carabidae), die im Garten bei der natürlichen Schädlingskontrolle helfen. Wenn du eine ruhige Ecke mit Waldcharakter hast, ist dies die perfekte Ergänzung für dich.
Urzeitliches Grün für Schattengärten: Ein robustes Fossil für magere Waldböden.
Der ökologische Wert dieser Art liegt in ihrer Funktion als Bodenbedeckung in kühlen Gartenbereichen. Die immergrünen Matten bieten ganzjährig Schutz für bodenbewohnende Insekten wie den Goldlaufkäfer (Carabus auratus), der dort Feuchtigkeit und Jagdgründe findet. Da die Pflanze das ganze Jahr über präsent ist, stabilisiert sie das Mikroklima am Boden auch in den Wintermonaten. Für spezialisierte Bestäuber bietet sie zwar keinen Nektar, ist aber ein wesentlicher Bestandteil der Biodiversität archaischer Pflanzengruppen. In dichten Beständen finden zudem kleine Amphibien wie der Grasfrosch (Rana temporaria) Schutz vor Austrocknung.
Der Sprossende Bärlapp (Spinulum annotinum) ist nicht kindersicher, da er Stoffe enthält, die bei Verzehr Magen-Darm-Beschwerden auslösen können. Die feinen Sporen sind zudem extrem leicht entzündlich. Bei versehentlicher Aufnahme sollte der Giftnotruf unter 0228 19 240 kontaktiert werden.
Licht
Schatten
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Jan – Dez
Bodenreaktion
Sauer (Säurezeiger)
Bioregion
Continental
Wähle für den Sprossenden Bärlapp einen Platz im Schatten, da er keine direkte Mittagssonne verträgt. Der Boden sollte frisch (mäßig feucht) und als Magerstandort ausgeprägt sein – er ist ein Schwachzehrer (benötigt kaum Nährstoffe).
Die beste Pflanzzeit ist von März bis Mai oder im Herbst von September bis November, solange der Boden offen (frostfrei) ist.
Achte auf eine gleichmäßige Feuchtigkeit, da er Austrocknung empfindlich quittiert.
Eine Düngung ist nicht notwendig und kann der Pflanze sogar schaden.
Da er sehr langsam wächst, solltest du den Boden im Wurzelbereich nicht durch Hacken stören.
Die Vermehrung erfolgt im Garten am besten über die Bewurzelung der kriechenden Ausläufer.
Gute Partnerin: Die Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) – beide teilen die Vorliebe für saure, magere Böden und ergänzen sich hervorragend in einer naturnahen Schattenbepflanzung.
Der Sprossende Bärlapp (Spinulum annotinum) gehört zur Familie der Bärlappgewächse (Lycopodiaceae) und ist in Deutschland und Österreich heimisch. Er besiedelt bevorzugt schattige, bodensaure Nadelwälder und Moore der montanen Stufen. Als Gefäßsporenpflanze bildet er keine Blüten im klassischen Sinne, sondern vermehrt sich über Sporenkolben, die an den Spitzen aufrechter Triebe stehen. Ein markantes Merkmal sind die jährlichen Zuwachszonen, die an den Trieben als deutliche Einschnürungen erkennbar bleiben und die Pflanze etagenartig gliedern.
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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