Bild folgtKI-generierte IllustrationSpinulum annotinum
Auch bekannt als: Sprossender Bärlapp, lycopode à feuilles de genévrier, Schlangenbärlapp, Schlangen-Bärlapp
An den nadelartigen Blättern und den aufrechten, kolbenförmigen Ästen lässt sich der Sprossende Bärlapp (Spinulum annotinum) sofort erkennen. Du holst dir mit ihm ein echtes lebendes Fossil in den Garten, das seit Jahrmillionen fast unverändert existiert. Da er Schatten (Lichtwert 3) liebt, eignet er sich hervorragend für dunkle Gartenwinkel, in denen kaum etwas anderes gedeiht. Er dient dort vor allem als wertvoller Bodenüberzug und Rückzugsort für die Kleinstlebewesen des Waldbodens. Wenn du einen schattigen Bereich mit saurem Boden hast, probiere es doch einmal mit diesem urzeitlichen Bewohner.
Urzeitlicher Schattenkünstler: Wintergrüne Struktur für saure Gartenböden.
Nach aktuellen Daten liegen keine spezifischen Bestäubungsbeziehungen vor, da der Sprossende Bärlapp als Sporenpflanze keinen Nektar produziert. Dennoch erfüllt er im Ökosystem wichtige Funktionen als dauerhafter, wintergrüner Bodenbedeckter in schattigen Lagen. Er bietet Schutz und ein stabiles Mikroklima für die Bodenfauna, wie etwa kleine Laufkäfer oder Spinnentiere. In naturnahen Gartenecken trägt er zur Bodenbefestigung bei und erhält die Feuchtigkeit im Untergrund. Seine Rolle liegt eher in der Strukturgebung und als Refugium für spezialisierte Waldbodenbewohner.
Der Sprossende Bärlapp ist nicht als kindersicher eingestuft und gilt als schwach giftig. Besonders die feinen Sporen sind extrem leicht entzündlich und sollten zudem nicht eingeatmet werden. Im Falle eines versehentlichen Verzehrs kontaktiere bitte den Giftnotruf unter 0228 19 240.
Licht
Schatten
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Jan – Dez
Bodenreaktion
Sauer (Säurezeiger)
Bioregion
Continental
Suche einen schattigen Platz (Ellenberg Licht 3), direkte Sonne verträgt er kaum.
Der Boden sollte stets frisch bis mäßig feucht sein (Ellenberg Feuchte 5), Staunässe aber vermeiden.
Wähle einen mageren, nährstoffarmen Standort (Schwachzehrer), da er auf gedüngten Flächen verdrängt wird.
Achte auf ein saures Bodenmilieu (Ellenberg Reaktion 2), etwa durch Beigabe von kalkfreiem Sand oder Nadelstreu.
Pflanzzeit: Idealerweise im Frühling (März bis Mai) oder im Herbst (September bis November), solange der Boden offen ist.
Vermeide Rückschnitte, da die Pflanze sehr langsam wächst und empfindlich auf Verletzungen reagiert.
Gute Partnerin: Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) – sie teilt die Vorliebe für saure, schattige Waldböden und ergänzt das urwüchsige Bild.
Der Sprossende Bärlapp gehört zur Familie der Bärlappgewächse (Lycopodiaceae) und ist ein typischer Vertreter unserer heimischen Nadelwälder und Moore. Er breitet sich kriechend aus, wobei die aufrechten Zweige durch jährliche Zuwachszonen deutlich gegliedert sind. Diese Gliederung ist ein hervorragendes Merkmal, um die Art sicher anzusprechen. Als sogenannte Gefäßsporenpflanze bildet er keine Blüten, sondern vermehrt sich über mikroskopisch kleine Sporen, die in endständigen Ähren (Sporophyllständen) entstehen.
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
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