Bild folgtKI-generierte IllustrationMesosa curculionoides
Schon von weitem erkennt man den Großen Augenfleckenbock (Mesosa curculionoides) an seiner markanten grau-braunen Musterung und den namensgebenden, dunkel umrandeten Flecken auf den Flügeldecken. In unseren Gärten entwickelt sich meist nur eine Generation über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren, weshalb man die Käfer nicht jedes Jahr in gleicher Zahl sieht. Das Weibchen legt seine Eier einzeln in die Rinde von abgestorbenen Ästen heimischer Laubbäume wie der Stieleiche (Quercus robur) oder der Hainbuche (Carpinus betulus). Im Frühling und Sommer kannst du die Käfer dabei beobachten, wie sie an der Rinde junger Zweige nagen, was man als Reifungsfraß (Nahrungsaufnahme zur Entwicklung der Fortpflanzungsorgane) bezeichnet. Die Larve lebt verborgen unter der Borke und ernährt sich vom Holz, wodurch sie ein wichtiger Teil des natürlichen Kreislaufs ist. Den Winter verbringt das Tier meist als Larve oder bereits fertiger Käfer in einer Kältestarre (Zustand minimierter Lebensvorgänge bei Frost) tief im Totholz. Um diesen Gast zu fördern, solltest du Totholzstapel aus Eiche oder Buche (Fagus sylvatica) in sonnigen Ecken belassen. So schaffst du wertvollen Lebensraum für die Larven. Achte darauf, beim Rückschnitt von Obstbäumen das Holz nicht sofort zu häckseln, sondern als Habitat (Lebensraum) im Garten zu lagern.
Dieser Käfer ist völlig harmlos und ein gern gesehener Gartenbesucher. Er besitzt keinen Stachel und beißt Menschen nicht, sofern er nicht massiv bedrängt wird. Da die Art regional als gefährdet gilt, solltest du das Tier lediglich beobachten und nicht unnötig in die Hand nehmen oder aus seinem gewohnten Umfeld entfernen.
Der Große Augenfleckenbock wird taxonomisch in die Familie der Bockkäfer (Cerambycidae) eingeordnet. Er ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz heimisch, wird jedoch aufgrund seiner exzellenten Tarnfärbung auf Baumrinde oft übersehen. Mit einer Körperlänge von 10 bis 17 Millimetern ist er mittelgroß und durch die vier markanten, dunkelbraunen Augenflecken auf Halsschild und Flügeldecken eindeutig von anderen Arten zu unterscheiden. Er besiedelt bevorzugt lichte Laubmischwälder, Streuobstwiesen und naturnahe Gärten mit einem hohen Anteil an Alt- und Totholz.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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