Bild folgtKI-generierte IllustrationMorimus asper funereus
An seinen vier großen, samtartigen schwarzen Flecken auf dem hellgrauen Körper lässt sich der Trauerbock (Morimus asper funereus) sofort erkennen. Dieser imposante Käfer bringt alle zwei bis vier Jahre eine neue Generation hervor, da die Entwicklung der Larven im Holz sehr lange dauert. Die Weibchen legen ihre Eier bevorzugt an die Rinde von frisch abgestorbener Rotbuche (Fagus sylvatica) ab. Im Frühling kannst du die Tiere beim Sonnenbad auf dicken Baumstämmen beobachten. Während des Sommers verstecken sie sich oft tagsüber und werden erst in der Abenddämmerung aktiv. Im Herbst endet ihre oberirdische Lebensphase meist schon im September. Die Larve (das Jugendstadium) ernährt sich ausschließlich von Totholz (abgestorbenes Holzgewebe), wobei sie dicke Stämme bevorzugt. Das Tier überwintert in Kältestarre (tiefer Ruhezustand bei Kälte) sicher verborgen in tiefen Holzrissen oder Baumstümpfen. Du kannst diese seltene Art fördern, indem du dicke Stammabschnitte der Stieleiche (Quercus robur) in einer schattigen Gartenecke dauerhaft liegen lässt. Achte darauf, das Holz über Jahre hinweg nicht zu bewegen, um die Larvenentwicklung nicht zu stören. Da der Käfer flugunfähig ist, benötigt er solche stabilen Lebensräume in direkter Nähe. Mit etwas Geduld beobachtest du so einen der seltensten und schützenswertesten Bewohner unserer Region.
Dieses Tier ist nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie streng geschützt und darf weder gefangen noch gestört werden. Er ist für den Menschen völlig harmlos, da er nicht sticht und keine Schäden an lebenden Gartenpflanzen verursacht. Bitte lasse den Käfer bei einer Entdeckung einfach ungestört gewähren.
Der Trauerbock (Morimus asper funereus) ist ein Käfer aus der Familie der Bockkäfer (Cerambycidae). Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Süd- und Südosteuropa bis in das östliche Österreich, wobei er bevorzugt urwaldähnliche Laubwälder besiedelt. Mit einer Körperlänge von bis zu 38 Millimetern und einem massigen Körper ist er eine sehr auffällige Erscheinung. Charakteristisch ist seine Flugunfähigkeit, da die Flügeldecken an der Naht fest verwachsen sind. Seine graublaue Färbung dient als perfekte Tarnung auf der Rinde von Buchen und Eichen.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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