Bild folgtKI-generierte IllustrationMougeotia scalaris
Auch bekannt als: Mougeotia scalaris
Schon von weitem fällt Mougeotia scalaris durch ihre hellgrünen, watteartigen Fadenmatten auf, die meist an der Wasseroberfläche kleinerer Teiche treiben. Diese Jochalge (Algen, die sich durch die Verschmelzung ganzer Zellen fortpflanzen) ist ein wichtiger Sauerstofflieferant für Deinen Gartenteich und stabilisiert das biologische Gleichgewicht. In ihren dichten Geflechten finden Wasserorganismen Schutz und Nahrung. Besonders Larven der Hufeisen-Azurjungfer (Coenagrion puella) nutzen diese Strukturen gerne als Versteck vor Fressfeinden. Auch wenn sie keinen klassischen Zierwert besitzt, ist sie ein Zeichen für ein belebtes Ökosystem. Schau ruhig einmal genauer hin, wenn Du das nächste Mal Deinen Teich beobachtest.
Der unsichtbare Sauerstoffmotor für ein lebendiges und klares Teichwasser.
In Deinem Gartenökosystem dient diese Art als Primärproduzent (Organismus, der die Basis der Nahrungskette bildet) im Wasser. Sie produziert durch Photosynthese aktiv Sauerstoff, was besonders in den Sommermonaten für die Fauna im Teich überlebenswichtig ist. Die fädige Struktur bietet Kleinstkrebsen wie Wasserflöhen (Daphnia) und Hüpferlingen (Cyclops) einen sicheren Lebensraum. Diese Kleinstlebewesen wiederum sind die Hauptnahrung für Amphibienlarven wie die des Teichmolchs (Lissotriton vulgaris). Da die Alge keine Blüten besitzt, bietet sie keinen Nektar an, fungiert jedoch als wichtige 'Kinderstube' für zahlreiche Wasserinsekten. Im Herbst sinken absterbende Fäden zu Boden und werden dort von Bakterien zersetzt, was den Nährstoffkreislauf schließt.
Die Art wird als nicht kindersicher eingestuft, was vor allem an der Rutschgefahr auf veralgten Steinen im Uferbereich liegt. Es besteht zudem die Gefahr, dass Kinder beim Hantieren an tiefen Wasserstellen den Halt verlieren. Mougeotia scalaris selbst ist nicht als Giftpflanze bekannt, sollte aber dennoch nicht verzehrt werden.
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Da Mougeotia scalaris eine Alge ist, erfolgt keine Pflanzung im herkömmlichen Sinne; sie besiedelt geeignete Lebensräume meist von selbst. * Standort: Sonnige bis halbschattige Bereiche in flachem, stehendem Wasser oder auf dauerhaft durchnässtem Substrat am Teichrand. * Bodenbeschaffenheit: Benötigt keinen klassischen Boden, gedeiht aber gut in nährstoffarmen bis mäßig nährstoffreichen (mesotrophen) Gewässern. * Einbringung: Oft gelangen kleinste Teilchen über andere Wasserpflanzen in den Garten. * Pflege: Ein Eingreifen ist selten nötig; bei massiver Ausbreitung im Sommer können die Matten vorsichtig mit einem Holzstab abgefischt werden. * Vermehrung: Erfolgt spontan durch einfache Zellteilung oder bei ungünstigen Bedingungen durch die Bildung von Dauersporen am Teichgrund. * Kombination: Als Partner am Teichrand eignet sich das Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis scorpioides) hervorragend, da es die hohe Feuchtigkeit teilt und mit seinen Wurzeln den Uferbereich festigt, während die Alge im Wasser den Sauerstoffgehalt reguliert.
Mougeotia scalaris gehört zur Klasse der Jochalgen (Zygnematophyceae) und ist im gesamten deutschsprachigen Raum, insbesondere in Österreich, heimisch. Man findet sie vor allem in flachen, stehenden Gewässern oder an sehr nassen Uferstandorten. Morphologisch zeichnet sie sich durch unverzweigte Fäden aus, deren Einzelzellen jeweils einen plattenförmigen Chloroplasten (der Teil der Zelle, der Photosynthese betreibt) enthalten. Diese Algenart ist ein spezialisierter Bewohner von Süßwasserbiotopen und reagiert empfindlich auf extreme Nährstoffüberschüsse.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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