Bild folgtKI-generierte IllustrationMyagrum perfoliatum
Auch bekannt als: Myagrum perfoliatum
Du erkennst den Hohldotter (Myagrum perfoliatum) an seinen pfeilförmigen, bläulich-grünen Blättern, die den Stängel fest umschließen, und den zierlichen, blassgelben Blüten. Diese seltene Pflanze ist ein Juwel für Liebhaber historischer Ackerbegleitflora und bringt biologische Vielfalt in deine Beete. Da sie als Neophyt (eine nach 1492 eingewanderte Pflanzenart) gilt, erzählt sie eine spannende Geschichte über die Wanderung von Arten durch unsere Kulturlandschaft. Mit ihrer kompakten Größe fügt sie sich harmonisch in naturnahe Pflanzungen ein. Durch die Ansiedlung dieses Kreuzblütengewächses unterstützt du den Erhalt einer Pflanze, die in der modernen Agrarlandschaft kaum noch Platz findet. Schau doch mal genau hin, wie stabil sie trotz ihrer zierlichen Erscheinung im Wind steht.
Kompakte Rarität: Mit 27 cm ein echtes Highlight für kalkreiche Sonnenbeete.
Der Hohldotter trägt mit einer Blattfläche von 1211,5 mm² zur Beschattung des Bodens und zum Kleinklima im Beet bei. Da keine spezifischen Daten zu Bestäubern vorliegen, konzentriert sich sein ökologischer Wert auf die Produktion schwerer Samen (14,312 mg), die eine wichtige Nahrungsquelle für am Boden lebende Tiere darstellen können. Seine Wurzeln gehen eine AM-Mykorrhiza (eine Symbiose mit Pilzen zur besseren Nährstoffaufnahme) ein, was die Bodengesundheit fördert. Als seltener Kreuzblütler bereichert er das genetische Reservoir unserer Flora. Die kompakte Wuchsform bietet zudem Schutz für bodennahe Kleinstlebewesen. Durch das Belassen der Pflanze über den Winter förderst du natürliche Zersetzungsprozesse direkt an Ort und Stelle.
Der Hohldotter ist als nicht kindersicher eingestuft. Es ist daher ratsam, nach dem Hantieren mit der Pflanze die Hände zu waschen und darauf zu achten, dass Kinder keine Pflanzenteile in den Mund nehmen. Sollte es dennoch zu einer versehentlichen Aufnahme kommen, wende dich bitte an den Giftnotruf unter 0228 19 240.
Licht
Halbschatten
Feuchtigkeit
Trocken
Boden
Mittelzehrer (Normaler Boden)
Blütezeit
Mai – Jul
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.273 m
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Wähle einen vollsonnigen Standort (Ellenberg Lichtwert 7), damit die Pflanze ihre volle Kraft entfalten kann.
Der Boden sollte unbedingt kalkhaltig oder basisch sein (Reaktionswert 9); bei sauren Böden hilft eine Gabe von Kalk.
Achte auf ein mäßig feuchtes, aber gut durchlässiges Substrat (Feuchtewert 4), um Staunässe zu vermeiden.
Die Pflanze benötigt einen Platz mit mittlerem Nährstoffgehalt (Mittelzehrer); normaler Gartenboden ohne starke Düngung ist ideal.
Halte die Wuchshöhe von exakt 0,27 m bei der Planung deines Beetes im Vordergrund bereit.
Pflanzzeit ist im Frühjahr von März bis Mai oder im Herbst, solange der Boden noch offen und frostfrei ist.
Da die Diasporen (Ausbreitungseinheiten) mit 14,312 mg recht schwer sind, erfolgt die Vermehrung eher kleinräumig im direkten Umfeld.
Gute Partnerin: Die Gewöhnliche Wegwarte (Cichorium intybus) – sie teilt die Vorliebe für sonnige, kalkreiche Plätze und ergänzt das Bild ökologisch perfekt.
Der Hohldotter gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae) und zur Ordnung der Senfartigen (Brassicales). Ursprünglich in wärmeren Regionen beheimatet, findet man ihn in Deutschland, Österreich und der Schweiz vor allem an sonnigen Standorten auf kalkhaltigen Böden. Sein natürlicher Lebensraum sind xerotherme Standorte (trockene, warme Gebiete), oft an Wegrändern oder auf Brachflächen. Eine morphologische Besonderheit ist der Blattbau: Die Blätter sind 'durchwachsen' (perfoliat), was bedeutet, dass der Stängel optisch mitten durch das Blattblatt zu verlaufen scheint. Die Pflanze wächst rein krautig und verholzt nicht.
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Checklist Alien Plants Belgium — Verloove F (2023), Botanic Garden Meise (CC BY 4.0)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
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