Bild folgtKI-generierte IllustrationMyosotis rehsteineri
An ihrem teppichartigen Wuchs und den winzigen, himmelblauen Blüten lässt sich das Bodensee-Vergissmeinnicht (Myosotis rehsteineri) sofort erkennen. Diese botanische Kostbarkeit ist eine der seltensten Pflanzen unserer Region und wird auf der Roten Liste als vom Aussterben bedroht geführt. In deinem Garten hilft sie dabei, eine hochgradig spezialisierte Art zu erhalten, die ursprünglich auf den wechselfeuchten Strandrasen der Voralpenseen zu Hause ist. Da sie nur sehr klein bleibt, eignet sie sich hervorragend für feuchte Stellen im Steingarten oder am Teichrand. Mit der Ansiedlung dieses seltenen Archäophyten (Pflanze, die vor 1492 eingeführt wurde oder einheimisch ist) leistest du einen echten Beitrag zum Artenschutz. Du wirst sehen, wie dieser kleine Überlebenskünstler im Frühjahr dichte Blütenmatten bildet.
Vom Aussterben bedroht: Hol dir eine der seltensten Pflanzen Europas in den Garten.
Der ökologische Wert des Bodensee-Vergissmeinnichts liegt primär in seiner extremen Seltenheit und der Erhaltung der biologischen Vielfalt. Da die Art auf der Roten Liste in Kategorie 1 (vom Aussterben bedroht) steht, ist jedes Exemplar im Garten ein wichtiges Reservoir für den Genpool dieser spezialisierten Uferpflanze. Obwohl keine spezifischen Daten zu Bestäubern vorliegen, dienen die Blüten im Frühjahr allgemein kleinen Wildbienen und Schwebfliegen als Nahrungsquelle. Als Pionierpflanze besiedelt sie offene Bodenstellen und schließt Lücken in feuchten Rasengesellschaften. Durch die Kultur im Garten hilfst du, das Aussterben einer Art zu verhindern, die in der freien Natur durch Uferverbauung fast ihren gesamten Lebensraum verloren hat.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Feucht
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Apr – Mai
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.03 m
Das Bodensee-Vergissmeinnicht ist ein Spezialist für Standorte, die andere Pflanzen oft meiden.
Standort: Wähle einen vollsonnigen Platz, der dauerhaft feucht ist.
Boden: Die Erde sollte mager und kalkarm sein. Als Schwachzehrer (Pflanze mit geringem Nährstoffbedarf) verträgt sie keinen Dünger.
Pflanzzeit: Setze die Pflanzen von März bis Mai oder im Herbst zwischen September und November, solange der Boden offen ist.
Pflege: Da die Art sehr klein bleibt, muss sie vor wüchsigeren Nachbarpflanzen geschützt werden, damit sie nicht überwachsen wird.
Vermehrung: Die Pflanze breitet sich über oberirdische Ausläufer selbstständig aus, wenn der Boden feucht genug bleibt.
Winterschutz: Ein Rückschnitt ist nicht erforderlich; die bodennahen Rosetten überdauern den Winter unter dem Laub oder Schnee.
Kombinationsempfehlung: Eine gute Partnerin ist die Sumpf-Schafgarbe (Achillea ptarmica). Beide teilen die Vorliebe für feuchte, sonnige Standorte und ergänzen sich in ihren Wuchsformen ideal.
Das Bodensee-Vergissmeinnicht (Myosotis rehsteineri) gehört zur Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae), was man an den meist fein behaarten Blättern erkennen kann. Es ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz heimisch, wobei sein natürliches Vorkommen fast ausschließlich auf die Uferbereiche des Bodensees und angrenzende Gebiete beschränkt ist. Als Bewohner von Strandrasen (kurzwüchsige Pflanzengemeinschaften auf Kies- oder Sandböden) ist es an wechselnde Wasserstände angepasst. Die Pflanze wächst ausdauernd und bildet niedrige Ausläufer, die charakteristische Rasenpolster formen.
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
Alle Daten sind CC BY 4.0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →