Bild folgtKI-generierte IllustrationNetrium digitus
Auch bekannt als: Netrium digitus
An ihrer länglichen Spindelform und den strahlenförmigen Blattgrünkörpern (Chloroplasten) lässt sich die Zieralge (Netrium digitus) sofort unter dem Mikroskop erkennen. In deinem Naturgarten ist sie eine wertvolle Anzeigerart für saubere, kalkarme Gewässer wie Moorteiche. Da sie Nährstoffe direkt aus dem Wasser aufnimmt, trägt sie zum biologischen Gleichgewicht im Gartenbiotop bei. Zwar ist sie mit dem bloßen Auge meist nur als grünlicher Flaum wahrnehmbar, doch ihre Anwesenheit belegt eine exzellente Wasserqualität. Wenn du einen ökologisch wertvollen Teich pflegst, ist diese Art ein Zeichen dafür, dass du bei der Wasserpflege alles richtig machst.
Die unsichtbare Expertin für sauberes, saures Wasser im heimischen Moorteich.
Nach aktuellen ökologischen Erkenntnissen bildet diese Zieralge die Basis der Nahrungskette in spezialisierten Kleingewässern. Sie dient als wichtige Futterquelle für winzige tierische Organismen wie Rädertierchen (Rotifera) und kleine Krebstiere, die wiederum Nahrung für größere Teichbewohner sind. In einem stabilen Moorteich fungiert sie als verlässlicher Sauerstoffproduzent unter Wasser. Da sie ausschließlich in unbelasteten Gewässern vorkommt, ist sie ein Bioindikator (Zeigerorganismus für Umweltqualität). Sie trägt maßgeblich zur mikrobiellen Biodiversität deines Gartens bei.
Die Pflanze selbst ist nach den vorliegenden Daten als nicht kindersicher eingestuft. Dies bezieht sich vor allem auf ihren Lebensraum, da Moorteiche und Schlammzonen für kleine Kinder Gefahrenquellen darstellen können. Es besteht keine Verwechslungsgefahr mit giftigen Wasserpflanzen, da ihre Merkmale unter dem Mikroskop eindeutig sind.
Licht
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Feuchtigkeit
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Boden
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Blütezeit
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Standort: Benötigt kalkfreies, saures Wasser in vollsonniger bis halbschattiger Lage.
Wasserbeschaffenheit: Bevorzugt extrem weiches Wasser (Regenwasser nutzen), da Kalk die Entwicklung stört.
Boden: Ein Substrat aus ungedüngtem Torfmoos (Sphagnum) ist ideal für die Ansiedlung im Uferbereich.
Einbringung: Am besten zwischen März und Mai oder im September, idealerweise durch Einsetzen von Torfmoos-Polstern aus stabilen Kulturen.
Pflege: Absolut keine Düngung vornehmen, da die Art nährstoffarme (oligotrophe) Bedingungen zum Überleben braucht.
Vermehrung: Erfolgt im Gartenteich natürlich durch einfache Zellteilung bei stabilen Wasserwerten.
Rückschnitt: Nicht erforderlich, da es sich um eine mikroskopische Alge handelt.
Winteraspekt: Die Art überdauert Frostphasen problemlos am Teichgrund.
Kombinationsempfehlung: Gute Partnerin ist das Torfmoos (Sphagnum) – beide teilen den Bedarf an saurem Milieu und bilden gemeinsam die Grundlage für ein Moorbeet.
Netrium digitus gehört zur Ordnung der Jochalgen (Zygnematales) und ist innerhalb dieser Gruppe eine sogenannte Zieralge (Desmidiaceen). Sie ist in Österreich heimisch und besiedelt vor allem saure, nährstoffarme Standorte wie Hochmoore und Schwingrasen (auf dem Wasser treibende Pflanzendecken). Die Zellen erreichen eine für Algen beachtliche Länge von bis zu 0,8 Millimetern, was sie zu Riesen unter den Einzellern macht. Charakteristisch sind die zwei großen, stern- oder fingerförmig gelappten Blattgrünkörper im Zellinneren, die für die Energiegewinnung zuständig sind.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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