Bild folgtKI-generierte IllustrationNotothylas orbicularis
Auch bekannt als: Notothylas orbicularis
Wer das Gewöhnliche Rundbalgfruchtmoos (Notothylas orbicularis) einmal gesehen hat, vergisst es nicht: Es bildet flache, dunkelgrüne Rosetten, die fast wie kleine Teller auf der bloßen Erde liegen. Dieses seltene Hornmoos ist ein Zeichen für einen gesunden, unversiegelten Gartenboden. Es besiedelt feuchte, offene Stellen, an denen es als Pionierpflanze (Erstbesiedler freier Flächen) den Boden stabilisiert. Da es in der modernen Kulturlandschaft kaum noch Platz findet, ist es ein wertvoller Schatz für deinen Naturgarten. Wenn du dieses kleine Urzeit-Gewächs bei dir entdeckst, schützt du eine hochspezialisierte Art. Schau doch mal genauer auf deine lehmigen Bodenstellen!
Ein seltener Schatz am Boden: Das urzeitliche Hornmoos für Naturkenner.
Als Pionierpflanze erfüllt dieses Hornmoos eine wichtige Funktion im Ökosystem, indem es offenen Boden festigt und das Mikroklima am Boden schützt. Konkrete Daten zu Bestäubern, Schmetterlingsraupen oder der Nutzung der Samen durch Vögel liegen für diese spezialisierte Art derzeit nicht vor. Da es keine Blüten im klassischen Sinne bildet, produziert es weder Nektar noch Pollen für Insekten. Es dient jedoch als Lebensraum für kleinste Bodenorganismen, die für ein funktionierendes Boden-Ökosystem wichtig sind. In deinem Garten fördert das Zulassen solcher Seltenheiten die gesamte biologische Vielfalt. Es ist ein Indikator für einen naturnahen Umgang mit offenen Bodenstellen.
Die Pflanze wird in den Garteneigenschaften als nicht kindersicher geführt. Achte daher darauf, dass Kinder das Moos nicht in den Mund nehmen, auch wenn keine spezifischen Giftstoffe bekannt sind. Eine Verwechslung mit giftigen Gefäßpflanzen besteht aufgrund der moosartigen, flachen Wuchsform nicht.
Licht
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Feuchtigkeit
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Boden
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Blütezeit
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Das Gewöhnliche Rundbalgfruchtmoos braucht vor allem eines: Ruhe und einen Platz ohne Konkurrenz durch Gräser.
Standort: Suche dir eine Stelle mit feuchter, lehmiger Erde, die im Halbschatten liegt.
Boden: Der Untergrund sollte kalkarm und stets leicht feucht sein, da Trockenheit dem kleinen Moos schnell zusetzt.
Pflanzzeit: Du kannst das Moos im Frühjahr von März bis Mai oder im Herbst von September bis Ende November ansiedeln, solange der Boden offen ist.
Pflege: Achte darauf, dass herabfallendes Laub im Herbst vorsichtig entfernt wird, damit Licht die flachen Rosetten erreicht.
Vermehrung: Die Pflanze verbreitet sich durch Sporen, die in unauffälligen, am Boden liegenden Kapseln reifen.
Da es ein Pionier (Erstbesiedler) ist, besiedelt es gerne frisch bearbeitete Gartenbeete.
Vermeide chemische Dünger, da Moose sehr empfindlich auf hohe Salzgehalte reagieren.
Schneide Konkurrenzpflanzen konsequent zurück, um den flachen Wuchs nicht zu ersticken.
Gute Partnerin: Das Sumpf-Ruhrkraut (Gnaphalium uliginosum) – beide teilen die Vorliebe für feuchte Erdstellen und kommen oft gemeinsam vor.
Das Gewöhnliche Rundbalgfruchtmoos (Notothylas orbicularis) ist ein Vertreter der Hornmoose (Anthocerotophyta) und kommt natürlicherweise in Deutschland und Österreich vor. Es bevorzugt feuchte, kalkarme Lehmböden, oft an Teichrändern oder auf brachliegenden Beeten. Die Pflanze bildet ein thalloses Lager (einen flächigen Pflanzenkörper ohne Blätter), das eng an den Untergrund gepresst ist. Eine Besonderheit sind die waagerecht liegenden Sporenkapseln, die im Gegensatz zu vielen Verwandten nicht aufrecht stehen.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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