Bild folgtKI-generierte IllustrationOsmoderma eremita Complex
Auch bekannt als: Einsiedler, Eremit, Juchtenkäfer
Schon von weitem erkennt man den Eremiten (Osmoderma eremita) an seinem massigen, dunkelbraun bis schwarz glaenzenden Koerper, der stolze 25 bis 40 Millimeter messen kann. Dieser seltene Gast lebt fast sein gesamtes Leben verborgen im Mulm (einer Mischung aus zersetztem Holz, Pilzen und Larvenkot) im Inneren alter Laubbaeume. Da die Entwicklung vom Ei bis zum fertigen Kaefer drei bis vier Jahre dauert, gibt es nicht jedes Jahr eine neue Generation in deinem Garten. Die Weibchen legen etwa 20 bis 80 Eier direkt in die hohlen Staemme von Eichen (Quercus robur) oder Linden (Tilia platyphyllos). Im Fruehling wirst du den Kaefer kaum sehen, da er erst im Hochsommer bei warmem Wetter aktiv wird. Dann sucht er gelegentlich Blueten von Holunder (Sambucus nigra) auf, um dort Nektar zu trinken. Die Larve, die wir Biologen auch Engerling nennen, ernaehrt sich ausschliesslich vom pilzbefallenen Totholz im Bauminneren. Den Winter verbringt das Tier als Larve tief im Stamm, geschuetzt durch die isolierenden Holzwände in einer Kaeltestarre. Du kannst diese Art foerdern, indem du alte, hohle Baeume unbedingt erhaeltst und morsche Aeste nicht entfernst. Schuetze das Biotop (den Lebensraum), indem du auf jegliche chemische Mittel in Baumnaehe verzichtest. Der Kaefer ist ein wichtiger Indikator (Anzeiger) fuer einen sehr wertvollen und alten Baumbestand. Beobachte ihn am besten an schwuelwarmen Juliabenden, wenn die Maennchen ihren intensiven Duft nach Juchtenleder ausstroemen.
Der Eremit ist nach europaeischem Recht streng geschuetzt und darf unter keinen Umstaenden gefangen oder in seiner Entwicklung gestoert werden. Er ist fuer Menschen voellig harmlos, kann weder stechen noch beissen und ist ein faszinierendes Urwaldrelikt in alten Gaerten.
Der Eremit (Osmoderma eremita) gehoert zur Familie der Blatthornkaefer (Scarabaeidae) und ist in Mitteleuropa streng an alte Laubwaldbestaende gebunden. Er besiedelt bevorzugt sonnenexponierte Baumhoehlen mit ausreichend Mulmvorrat in Eichen oder Linden. Mit einer Groesse von bis zu 4 Zentimetern und seinem untersetzten Koerperbau ist er kaum mit anderen Arten zu verwechseln. Da er sehr standorttreu ist und sich kaum mehr als wenige hundert Meter von seinem Geburtsbaum entfernt, reagiert er empfindlich auf die Faellung von Altbaeumen.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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