Bild folgtKI-generierte IllustrationSceptridium multifidum
Auch bekannt als: Osmunda multifida
Wer die Vielstielige Mondraute (Sceptridium multifidum) einmal gesehen hat, vergisst sie nicht: Mit ihrem fleischigen, fast dreieckigen Blatt, das flach am Boden liegt, wirkt sie wie ein Relikt aus einer anderen Zeit. Diese seltene Farnart ist ein wichtiger Anzeiger für ein intaktes Bodenleben, da sie auf eine Symbiose (Lebensgemeinschaft zum gegenseitigen Vorteil) mit Mykorrhiza-Pilzen (Bodenpilze, die Pflanzen mit Nährstoffen versorgen) angewiesen ist. Auch wenn sie keine Blüten bildet, bereichert sie deinen Garten durch ihre urwüchsige Gestalt. Wenn du kalkarme, magere Standorte hast, kannst du diesem seltenen Gast ein Zuhause geben.
Urzeitlicher Gartenbewohner: Ein seltener Farnschatz für magere Standorte.
Da Farne keine Blüten mit Nektar produzieren, locken sie keine klassischen Bestäuber an. Ihre ökologische Bedeutung liegt in der engen Bindung an das Boden-Ökosystem durch die AM-Mykorrhiza (Arbuskuläre Mykorrhizapilze). Diese Symbiose unterstützt die Stabilität des Boden-Netzwerks, von dem auch andere Pflanzen profitieren. Da keine spezifischen Daten zu Insektenbeziehungen vorliegen, steht der Wert dieser Art vor allem im Erhalt der Biodiversität seltener Farngewächse. Sie bietet zudem Deckung für Kleinstlebewesen im Bereich der Bodenoberfläche.
Die Vielstielige Mondraute ist als nicht kindersicher eingestuft. Da sie Inhaltsstoffe enthält, die bei Verzehr problematisch sein können, sollte sie nicht in Reichweite von spielenden Kindern oder Haustieren gepflanzt werden. Eine Verwechslung mit essbaren Wildkräutern ist aufgrund der speziellen, lederartigen Blattform jedoch nahezu ausgeschlossen.
Licht
—
Feuchtigkeit
—
Boden
—
Blütezeit
Jun – Jan
Wähle einen sonnigen bis halbschattigen Platz mit sehr magerem, kalkarmem Boden.
Vermeide jegliche Düngung, da die Pflanze empfindlich auf Nährstoffüberschuss reagiert.
Die ideale Pflanzzeit ist von März bis Mai oder von September bis November, solange der Boden offen ist.
Achte darauf, den Wurzelballen nicht zu beschädigen, um die lebenswichtige AM-Mykorrhiza (eine spezielle Form der Pilz-Wurzel-Verbindung) nicht zu stören.
Die Pflanze ist sehr standorttreu und sollte nach dem Anwachsen nicht mehr umgesetzt werden.
Mähe die Umgebung nur vorsichtig von Hand, um die flach wachsenden Blätter nicht zu verletzen.
Da sie keine Staunässe mag, sollte der Boden gut durchlässig sein.
Gute Partnerin: Das Heidekraut (Calluna vulgaris) – beide bevorzugen saure, nährstoffarme Böden und bilden zusammen eine natürliche Pflanzengemeinschaft.
Die Vielstielige Mondraute gehört zur Familie der Königsfarngewächse (Osmundaceae) und ist in Österreich heimisch. Sie besiedelt bevorzugt nährstoffarme Magerrasen (ertragsarme, artenreiche Wiesen) und lichte Wälder. Charakteristisch ist die Aufteilung in einen sterilen, blattartigen Teil und einen fruchtbaren Teil, der die Sporen trägt. Als ausdauernde, krautige Pflanze bleibt ihr Blatt oft über den Winter grün, was sie im Garten auch in der kalten Jahreszeit sichtbar macht. Morphologisch auffällig ist die lederartige Textur der Blattabschnitte.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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