Bild folgtKI-generierte IllustrationOxymirus cursor
An seinem schmalen, langgestreckten Körper mit den markant ausgeprägten Schultern lässt sich der Schulterbock (Oxymirus cursor) sofort erkennen. Dieser imposante Käfer wird etwa 15 bis 30 Millimeter lang und zeigt eine Färbung, die von rötlich-braun bis fast schwarz reicht. Du wirst ihn in deinem Garten vor allem dort antreffen, wo alte Baumstümpfe oder Totholzstapel vorhanden sind. Eine Generation benötigt für ihre Entwicklung etwa zwei bis drei Jahre, wobei die Weibchen rund 100 Eier in die Risse von feuchtem Moderholz legen. Die Larven leben saproxylophag (sich von vermoderndem Holz ernährend) und bevorzugen heimische Nadelhölzer wie die Fichte (Picea abies) oder die Kiefer (Pinus sylvestris). Im Frühsommer suchen die adulten (erwachsenen) Käfer aktiv nach Nektar und Pollen auf Doldenblütlern. Besonders gerne besuchen sie den Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium) oder den Giersch (Aegopodium podagraria). Du kannst die Art fördern, indem du morsche Baumstümpfe im Garten belässt und auf das vollständige Beräumen von Totholz verzichtest. Über den Winter findest du das Tier nicht im Freien, da es als Larve oder bereits fertiger Käfer gut geschützt in einer Puppenwiege tief im Inneren des Holzes ruht.
Der Schulterbock ist für den Menschen völlig harmlos und ein nützlicher Mitbewohner, der weder sticht noch beißt. Er steht in den meisten Regionen nicht unter strengem Artenschutz, sollte aber aufgrund seiner Rolle im Naturkreislauf nicht gestört oder umgesiedelt werden. Eine Verwechslung mit anderen Bockkäferarten ist für Laien möglich, aber aufgrund der markanten Schultern und der Größe meist unbedenklich.
Der Schulterbock (Oxymirus cursor) gehört zur Familie der Bockkäfer (Cerambycidae) innerhalb der Ordnung der Käfer. Er ist in Mitteleuropa weit verbreitet und besiedelt bevorzugt nadelholzreiche Wälder sowie naturnahe Gärten mit Altbaumbestand. Ein auffälliges Merkmal ist der Sexualdimorphismus (deutliche Unterschiede im Aussehen zwischen den Geschlechtern), bei dem die Weibchen oft breiter und heller rötlich gefärbt sind als die dunkleren Männchen. Die Art spielt eine wichtige ökologische Rolle beim Abbau von totem Holz und der Humusbildung.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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