Bild folgtKI-generierte IllustrationParagymnopteris marantae
Auch bekannt als: Europäischer Pelzfarn, Paragymnopteris marantae
Unverwechselbar ist der Pelzfarn (Paragymnopteris marantae) durch seine ledrigen Blätter, deren Unterseiten dicht mit rotbraunen Schuppen besetzt sind. Auch wenn er keine Blüten besitzt, bereichert er die Strukturvielfalt deines Gartens enorm, besonders in Trockenmauern aus silikatischem Gestein (quarzreiches, saures Gestein). In solchen Nischen finden nützliche Kleintiere wie Spinnen und Käfer einen geschützten Rückzugsort vor der Mittagshitze. Wenn du einen sonnigen Steingarten hast, machst du mit dieser botanischen Rarität alles richtig. Der Pelzfarn verleiht deiner Anlage einen urwüchsigen Charakter und zeigt, dass du auch für Spezialisten ein Herz hast.
Seltener Felsenspezialist: Der Pelzfarn meistert extremste Sonnenplätze.
Da für den Pelzfarn keine direkten Bestäubungsdaten vorliegen, liegt sein ökologischer Wert vor allem in der Spezialisierung auf extreme Nischenlebensräume. Als heimische Art in Österreich ist er ein wichtiger Bestandteil der Biodiversität xerothermer (trocken-warmer) Felsstandorte. Die dichten Schuppen auf der Unterseite und die eingerollten Blätter bieten Kleinstinsekten und Spinnentieren Mikroverstecke in einer ansonsten lebensfeindlichen, heißen Umgebung. Er besiedelt Orte, die für die meisten anderen Pflanzen unbewohnbar sind, und festigt so das ökologische Gefüge in Steingärten. Seine Anwesenheit fördert eine spezialisierte Fauna, die auf solche kargen Strukturen angewiesen ist. Damit trägst du aktiv zum Erhalt einer seltenen Pflanzengesellschaft bei.
Der Pelzfarn wird als nicht kindersicher eingestuft, da viele Farne Inhaltsstoffe enthalten, die bei Verzehr Reizungen auslösen können. Achte darauf, dass Kinder oder Haustiere keine Pflanzenteile verschlucken. Eine Verwechslung mit stark giftigen Arten ist aufgrund des spezifischen Wuchsortes in Felsritzen jedoch sehr unwahrscheinlich.
Licht
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Feuchtigkeit
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Boden
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Blütezeit
Jul – Sep
Standort: Wähle einen vollsonnigen, heißen Platz in einer Felsspalte oder oben auf einer Trockenmauer.
Boden: Das Substrat muss extrem durchlässig, mineralisch und steinig sein.
Staunässe (stehendes Wasser im Wurzelbereich) führt unweigerlich zum Absterben der Pflanze.
Pflanzzeit: Setze den Farn idealerweise von März bis Mai oder im Herbst von September bis November, solange der Boden offen ist.
Pflege: Er benötigt keinen Dünger und sollte nur in der Anwachsphase moderat gegossen werden.
Vermehrung: Die Pflanze vermehrt sich über Sporen, im Garten gelingt dies am besten durch die vorsichtige Teilung sehr alter Bestände im Frühjahr.
Winterschutz: In rauen Lagen schützt eine leichte Abdeckung vor Kahlfrost (starker Frost ohne schützende Schneedecke).
Kombinationsempfehlung: Eine gute Partnerin ist der Nordische Streifenfarn (Asplenium septentrionale) – beide teilen die Vorliebe für saure Gesteinsritzen und ergänzen sich optisch hervorragend.
Durch diese Kombination schaffst du ein naturnahes Felsbiotop, das spezialisierten Kleinstlebewesen dauerhaft Lebensraum bietet.
Der Pelzfarn ist ein Vertreter der Farngewächse und in der Region primär in warmen Lagen Österreichs zu finden. Er wächst bevorzugt an xerothermen Standorten (extrem trockene und sonnige Felsfluren), wo er sich in schmalste Gesteinsritzen krallt. Morphologisch auffällig sind die zwei- bis dreifach gefiederten Wedel, die eine beachtliche Widerstandsfähigkeit gegen Hitze besitzen. Bei extremer Trockenheit rollt die Pflanze ihre Blattränder ein, um die Verdunstung zu minimieren und so wochenlange Dürreperioden zu überstehen.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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