Bild folgtKI-generierte IllustrationPetasites hybridus subsp. hybridus
Auch bekannt als: Petasites hybridus subsp. hybridus
6
Arten
interagieren
6
Interaktionen
dokumentiert
Wer die Gewöhnliche Pestwurz (Petasites hybridus) einmal gesehen hat, vergisst sie nicht: Schon ab März schieben sich die rötlich-violetten, kolbenartigen Blütenstände aus dem Boden, noch bevor die riesigen, herzförmigen Blätter erscheinen. Für deinen Naturgarten ist sie ein unersetzlicher Frühblüher, der seltenen Schmetterlingen wie dem Flockenblumen-Scheckenfalter (Melitaea phoebe) oder dem Walliser Scheckenfalter (Melitaea varia) lebenswichtige Energie bietet. Wegen ihrer gewaltigen Blätter, die locker die Größe eines Regenschirms erreichen, benötigt sie allerdings viel Platz an einem feuchten Ort. Wenn du einen Bachlauf oder eine nasse Senke im Garten hast, ist sie ein echtes ökologisches Schwergewicht für dich.
Früher Kraftprotz: Die erste große Nektartankstelle für seltene Scheckenfalter.
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Nach aktuellen Bestäubungsdaten ist die Pestwurz im zeitigen Frühjahr eine exzellente Nektarquelle für spezialisierte Falter. Besonders Scheckenfalter wie der Flockenblumen-Scheckenfalter (Melitaea phoebe) und der Walliser Scheckenfalter (Melitaea varia) nutzen die frühen Blüten intensiv. Auch der Veilchen-Scheckenfalter (Euphydryas desfontainii) profitiert von dem Angebot. Die massiven Blätter bieten im Sommer einen kühlen, feuchten Rückzugsort für Erdkröten und andere Amphibien. Durch ihre AM-Mykorrhiza (eine Symbiose zwischen Wurzeln und Bodenpilzen) trägt sie maßgeblich zur Stabilität des Bodenökosystems bei.
Die Gewöhnliche Pestwurz ist nicht kindersicher. Sie enthält Pyrrolizidinalkaloide (Pflanzeninhaltsstoffe, die die Leber schädigen können) und sollte daher nicht verzehrt werden. Es besteht eine geringe Verwechslungsgefahr mit dem Huflattich (Tussilago farfara), der jedoch gelb blüht und wesentlich kleinere Blätter ausbildet.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Feucht
Boden
Starkzehrer (Nährstoffreicher/Fetter Boden)
Blütezeit
Mär – Mai
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.43 m
Standort: Die Pestwurz liebt die volle Sonne, sofern der Boden dauerhaft feucht bleibt, gedeiht aber auch im Halbschatten hervorragend.
Boden: Als Starkzehrer (Pflanze mit hohem Nährstoffbedarf) benötigt sie einen fetten, tiefgründigen und nährstoffreichen Untergrund.
Feuchtigkeit: Der Boden sollte stets feucht bis nass sein; trockene Standorte verträgt die Pflanze nicht.
Pflanzzeit: Setze die Rhizome entweder im Frühjahr von März bis Mai oder im Herbst zwischen September und November, solange der Boden frostfrei ist.
Platzbedarf: Plane mindestens einen Quadratmeter pro Pflanze ein, da das Laub im Sommer enormen Raum einnimmt.
Pflege: Ein Rückschnitt ist nicht erforderlich; die welken Blätter dienen im Winter als natürlicher Schutz für Bodenorganismen.
Vermehrung: Die Art breitet sich über ihre Ausläufer selbstständig aus.
Kombinationsempfehlung: Eine ideale Partnerin ist die Bach-Nelkenwurz (Geum rivale).
Begründung: Beide Arten teilen die Vorliebe für nasse, nährstoffreiche Standorte und bilden zusammen eine dichte, ökologisch wertvolle Ufergesellschaft.
Die Gewöhnliche Pestwurz (Petasites hybridus subsp. hybridus) gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und ist eine indigene (einheimische) Art in Deutschland. Sie besiedelt bevorzugt Bachufer, Gräben und feuchte Hochstaudenfluren (nährstoffreiche Standorte mit krautigen Pflanzen). Botanisch interessant ist ihre Zweihäusigkeit: Es gibt männliche und weibliche Exemplare, die sich in der Dichte ihrer Blütenstände unterscheiden. Mit ihrem kräftigen Rhizom (unterirdischer Kriechspross) festigt sie effektiv Böschungen und breitet sich an zusagenden Standorten flächig aus.
1 Video zu Gewöhnliche Pestwurz

6 Arten interagieren mit dieser Pflanze
•Middleton-Welling_2020
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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