Bild folgtKI-generierte IllustrationPhysoplexis comosa
Wer die Schopfteufelskralle (Physoplexis comosa) einmal gesehen hat, vergisst sie nicht: Mit ihren kugeligen Bluetenstaenden, aus denen lange, gebogene Spitzen wie kleine Teufelshoerner ragen, ist sie eine der markantesten Erscheinungen unserer Alpen. Die Pflanze ist ein hochspezialisierter Felsbewohner und spielt eine wichtige Rolle in der oekologischen Nische alpiner Gesteinsbiotope. Da sie ausschliesslich in kalkreichen Regionen vorkommt, ist sie eine wertvolle Bereicherung fuer jeden naturnah gestalteten Steingarten in Deutschland, Oesterreich oder der Schweiz. In deinem Garten kannst du mit ihr einen echten Spezialisten ansiedeln, der sonst nur an steilen Felswaenden zu finden ist. Wenn du einen Platz in einer Natursteinmauer frei hast, machst du mit ihr alles richtig.
Einzigartiges Alpenglueck: Die bizarre Felsbewohnerin fuer deine Steinmauer.
Nach aktuellen Daten liegen fuer diese Art keine spezifischen Bestaeuberbeziehungen vor, doch als heimische Pflanze der Hochgebirge ist sie fest in das alpine Netz der Biodiversitaet eingebunden. In ihrem natuerlichen Lebensraum bietet sie spezialisierten Insekten der Felsregionen Nahrung in einer ansonsten kargen Umgebung. Durch die Ansiedlung im Garten foerderst du den Erhalt einer Art, die aufgrund ihrer speziellen Standortansprueche selten geworden ist. Sie fungiert als Trittsteinbiotop fuer die Fauna, die auf Gesteinsbiotope angewiesen ist. Ihr oekologischer Wert liegt vor allem in ihrer Funktion als hochspezialisierter Besiedler mineralischer Kleinstlebensraeume.
Die Schopfteufelskralle ist nicht kindersicher und sollte daher nicht in Bereichen gepflanzt werden, in denen kleine Kinder unbeaufsichtigt spielen. Es besteht keine direkte Verwechslungsgefahr mit stark giftigen Doppelgaengern, da die Bluetenform in der heimischen Flora einzigartig ist. Dennoch ist beim Umgang Vorsicht geboten, wenn Haustiere im Garten leben.
Licht
—
Feuchtigkeit
—
Boden
—
Blütezeit
Sep – Sep
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.09 m
Die Schopfteufelskralle benoetigt einen Standort, der ihrem Gebirgscharakter entspricht. Waehle eine vertikale Felsspalte oder eine sehr schmale Ritze in einer Trockenmauer.
Boden: Rein mineralisch (aus Gestein bestehend, ohne organische Anteile), am besten mit hohem Anteil an Kalkschotter.
Standort: Hell, aber ohne extreme Mittagshitze; die Wurzeln muessen kuehl und tief im Gestein liegen.
Pflanzzeit: Maerz bis Mai oder September bis Ende November, solange der Boden offen ist.
Pflege: Absolut keine Duengung erforderlich. Staunaesse (Wasserstau im Boden) ist unter allen Umstaenden zu vermeiden.
Vermehrung: Die Pflanze sollte moeglichst ungestoert am Platz verbleiben.
Gute Partnerin: Das Immergruene Felsenblueemchen (Draba aizoides) - beide teilen die Vorliebe fuer kalkreiche Spalten und ergaenzen sich in ihrer alpinen Wuchsform ideal.
Die Schopfteufelskralle (Physoplexis comosa) ist in den Gebirgsregionen von Deutschland, Oesterreich und der Schweiz beheimatet. Ihr Lebensraum beschraenkt sich auf kalkstete (auf Kalkboden angewiesene) Felsspalten und Gesteinsfluren der Hochgebirge. Als Endemit (Pflanze, die nur in einer eng begrenzten Region vorkommt) der suedlichen Kalkalpen hat sie eine besondere pflanzengeografische Bedeutung. Morphologisch zeichnet sie sich durch ihre grundstaendige Blattrosette und die doldenartigen Bluetenkoepfe aus, wobei die Einzelblueten zu einer charakteristischen Flaschenform verwachsen sind. Die Pflanze waechst sehr langsam und ist vollstaendig an ein Leben in mineralischen Nischen angepasst.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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