Bild folgtKI-generierte IllustrationPinguicula grandiflora
Auch bekannt als: Großblütiges Fettkraut
An ihren hellgrünen, fettig glänzenden Blättern, die in einer Rosette flach am Boden liegen, lässt sich das Großblütige Fettkraut (Pinguicula grandiflora) sofort erkennen. In deinem Garten ist sie eine botanische Besonderheit für spezialisierte Feuchtstellen oder den Rand eines kalkreichen Teichs. Da sie sensibel auf Nährstoffe reagiert, zeigt sie dir zuverlässig an, ob die Standortbedingungen in deinem Biotop stimmen. Wenn du eine Leidenschaft für alpine Raritäten hast, wird dich diese kleine Jägerin begeistern.
Alpine Fleischfresserin: Die klebrige Spezialistin für kalkreiche Feuchtstellen.
Da für diese Art aktuell keine spezifischen Bestäuberdaten vorliegen, betrachten wir ihre einzigartige Rolle im Stoffkreislauf karger Lebensräume. Als fleischfressende Pflanze besetzt sie eine ökologische Nische, indem sie Stickstoff aus tierischem Eiweiß gewinnt. Sie fängt mit ihren klebrigen Blättern kleine Trauermücken (Sciaridae) oder Springschwänze (Collembola) und zersetzt diese mit Enzymen (biochemische Werkzeuge zur Verdauung). Damit reguliert sie auf natürliche Weise die Population kleiner Insekten in ihrem Umfeld. In feuchten Alpingärten trägt sie zur Stabilisierung spezialisierter Lebensgemeinschaften an Quellhorizonten (Stellen, an denen Wasser austritt) bei.
Das Großblütige Fettkraut ist laut Datenbank nicht kindersicher. Auch wenn keine akuten Vergiftungen bekannt sind, sollte die Pflanze aufgrund ihrer empfindlichen Biologie und der speziellen Standortansprüche außerhalb der Reichweite von Kleinkindern gepflegt werden. So schützt man auch die Fangblätter vor mechanischen Schäden.
Licht
—
Feuchtigkeit
—
Boden
—
Blütezeit
Mai – Jun
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.14 m
Wähle einen Standort in voller Sonne oder im lichten Halbschatten.
Die Pflanze benötigt einen dauerfeuchten Platz, der niemals ganz austrocknet, etwa an einem Teichufer.
Das Substrat (der Boden, in dem die Pflanze wächst) muss kalkhaltig und extrem nährstoffarm sein.
Verwende niemals handelsübliche Blumenerde, sondern eine Mischung aus kalkhaltigem Sand und feinem Kies.
Die beste Pflanzzeit ist im Frühjahr von März bis Mai oder im Herbst von September bis November.
Düngen ist streng verboten, da die Pflanze ihre Nährstoffe über gefangene Insekten selbst gewinnt.
Im Winter zieht sich das Fettkraut in ein Hibernakel (eine fest geschlossene Überwinterungsknospe) zurück.
Achte darauf, die Pflanze im Winter nicht zu stören, da sie in dieser Ruheform sehr empfindlich ist.
Vermehrung gelingt durch das vorsichtige Abtrennen der kleinen Nebenknospen im Spätherbst.
Gute Partnerin: Das Sumpf-Herzblatt (Parnassia palustris) – beide teilen die Vorliebe für nasse, kalkreiche Standorte und ergänzen sich optisch hervorragend.
Das Großblütige Fettkraut gehört zur Familie der Wasserschlauchgewächse (Lentibulariaceae) und ist in den Gebirgsregionen Österreichs beheimatet. Es besiedelt dort bevorzugt kalkreiche Niedermoore (nährstoffarme Feuchtgebiete) und nasse Sickerstellen an Felsen. Die Pflanze bildet eine grundständige Rosette aus ovalen, fleischigen Blättern, die mit klebrigen Drüsenhaaren besetzt sind. Charakteristisch ist die lang gespornte, violette Blüte, die an einem aufrechten Stiel weit über den Blättern schwebt und eine markante Unterlippe besitzt.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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