Bild folgtKI-generierte IllustrationPinguicula villosa
Auch bekannt als: Pinguicula villosa
Du erkennst das Nordische Fettkraut (Pinguicula villosa) an seinen winzigen, klebrigen Blattrosetten und der zierlichen, violetten Blüte auf einem deutlich behaarten Stiel. Da sie ihre Nährstoffe über gefangene Kleinstinsekten bezieht, besetzt sie ökologische Nischen, in denen herkömmliche Pflanzen nicht überleben können. In deinem Garten ist sie eine absolute Rarität für dauerfeuchte, nährstoffarme Bereiche wie das Moorbeet. Wenn du einen solchen Standort bieten kannst, solltest du dieser kleinen Spezialistin unbedingt einen Platz einräumen. Wer sie einmal im Detail betrachtet hat, wird von ihrer filigranen Lebensweise fasziniert sein.
Kleine Jägerin aus dem Moor: Die faszinierende Spezialistin für dein Moorbeet.
Das Nordische Fettkraut nimmt eine besondere ökologische Rolle ein, da es Insekten nicht primär nährt, sondern zur eigenen Nährstoffversorgung fängt. Mit seinen klebrigen Blättern erbeutet es winzige Insekten wie Trauermücken, um den Stickstoffmangel seines Standortes auszugleichen. Da in den vorliegenden Daten keine spezifischen Bestäuber oder Futterbeziehungen für Raupen und Vögel aufgeführt sind, liegt ihr Hauptwert im Erhalt der spezialisierten Artenvielfalt. Wer diese seltene Art im Garten pflegt, schützt eine hochspezialisierte Lebensform, die in der freien Natur Österreichs nur noch selten vorkommt. Sie ist ein wichtiger Bestandteil funktionierender Moorbiotope.
Das Nordische Fettkraut (Pinguicula villosa) wird als nicht kindersicher eingestuft. Auch wenn keine akuten Vergiftungserscheinungen bekannt sind, sollten die Blätter aufgrund der enthaltenen Verdauungsenzyme nicht verzehrt werden. Achte darauf, dass neugierige Kinder die empfindlichen Pflanzen in deinem Moorbeet nicht berühren oder in den Mund nehmen.
Licht
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Feuchtigkeit
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Boden
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Blütezeit
Jun – Jul
Standort: Wähle einen vollsonnigen bis leicht halbschattigen Platz, der niemals austrocknet.
Boden: Die Pflanze benötigt ein absolut nährstoffarmes, saueres Substrat, idealerweise ungedüngten Torf oder ein spezielles Moorbodengemisch.
Feuchtigkeit: Der Boden muss dauerhaft nass sein; verwende zum Gießen ausschließlich kalkfreies Regenwasser.
Pflanzzeit: Setze die Pflanze im Frühjahr von März bis Mai oder im Herbst zwischen September und November ein.
Pflege: Ein Rückschnitt ist nicht erforderlich, da die Pflanze sehr klein bleibt und ihre Blätter im Winter einzieht.
Düngung: Bitte niemals düngen, da zusätzliche Nährstoffe im Boden für diese Art tödlich sind.
Vermehrung: Die Pflanze bildet im Winter Hibernakel (widerstandsfähige Überwinterungsknospen), die im Frühjahr neu austreiben.
Winterpflege: Die Art ist frosthart, sollte aber im Winter vor dem Austrocknen geschützt werden.
Kombination: Da keine spezifischen Partner in den Daten hinterlegt sind, empfiehlt sich die Einzelstellung oder die Vergesellschaftung mit heimischen Torfmoosen (Sphagnum).
Das Nordische Fettkraut (Pinguicula villosa) gehört zur Familie der Wasserschlauchgewächse (Lentibulariaceae) innerhalb der Ordnung der Lippenblütlerartigen (Lamiales). In unserer Region ist sie als heimische Art in Österreich anzutreffen, wo sie vor allem alpine Hochmoore und feuchte Torfböden besiedelt. Morphologisch besticht die Pflanze durch ihre bodenständige Blattrosette und die dichte Behaarung an Kelch und Blütenstiel, worauf auch der Artname villosa (behaart) hindeutet. Als karnivore Pflanze (fleischfressende Pflanze) ist sie perfekt an ein Leben in extrem stickstoffarmen Umgebungen angepasst.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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