Bild folgtKI-generierte IllustrationPotentilla anglica
Auch bekannt als: Potentilla anglica subsp. anglica
An den meist vierzähligen gelben Blüten und den rankenartigen, am Boden wurzelnden Trieben lässt sich das Englische Fingerkraut (Potentilla anglica) sofort erkennen. Diese heimische Wildpflanze ist für deinen Naturgarten besonders wertvoll, da sie auf der Roten Liste in der Vorwarnstufe (V) geführt wird und somit zu den Arten gehört, deren Bestände zurückgehen. Als Bodendecker stabilisiert sie das Kleinklima am Boden und bietet Schutz für nützliche Erdbewohner. Da sie perfekt an unsere Standorte angepasst ist, integrierst du mit ihr ein Stück echte regionale Biodiversität. Mit dieser Wahl förderst du aktiv den Erhalt einer seltener werdenden Art direkt vor deiner Terrassentür.
Rote-Liste-Art für deinen Garten: Robuster Bodendecker mit seltenem Charme.
Nach aktuellen ökologischen Erkenntnissen ist das Englische Fingerkraut ein wichtiger Bestandteil funktionierender Ökosysteme auf frischen Böden. Da die Art auf der Roten Liste (V) steht, hat jede Ansiedlung im Garten eine hohe Bedeutung für den Erhalt der regionalen Genetik. Die Blüten bieten Pollen und Nektar für verschiedene Bestäubergruppen an, die auf Rosengewächse spezialisiert sind. Durch den kriechenden Wuchs fungiert die Pflanze als lebender Mulch, der die Bodenfeuchtigkeit bewahrt und so das Überleben von nützlichen Bodenorganismen sichert. In den dichten Blattmatten finden zudem zahlreiche Insekten sichere Verstecke vor Fressfeinden. Da es sich um eine heimische Art handelt, ist die Verzahnung mit der lokalen Tierwelt wesentlich intensiver als bei exotischen Zierpflanzen.
In der Datenbank wird die Pflanze als nicht kindersicher geführt, weshalb sie außerhalb der direkten Reichweite kleiner Kinder gepflanzt werden sollte. Auch wenn keine akuten Vergiftungsfälle wie bei Tollkirschen bekannt sind, ist vom Verzehr abzuraten. Eine Verwechslung ist mit dem Blutwurz (Potentilla erecta) möglich, der jedoch keine bewurzelnden Ausläufer bildet und ebenfalls zu den heimischen Wildpflanzen gehört.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Mittelzehrer (Normaler Boden)
Blütezeit
Jul – Sep
Bodenreaktion
Mäßig sauer bis neutral
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.2 m
Wähle für das Englische Fingerkraut einen Platz in der vollen Sonne, damit es kräftig wächst und reich blüht. * Der Boden sollte frisch (mäßig feucht) sein; die Pflanze verträgt keine langanhaltende Staunässe, schätzt aber eine gleichmäßige Grundfeuchte. * Als Mittelzehrer (Pflanze mit mittlerem Nährstoffbedarf) benötigt sie keine starken Düngergaben und kommt in normaler Gartenerde gut zurecht. * Die beste Pflanzzeit ist im Frühling von März bis Mai oder im Herbst zwischen September und November, solange der Boden offen und bearbeitbar ist. * Eine Pflege im klassischen Sinne ist kaum nötig, da die Pflanze durch ihre Ausläufer selbstständig Lücken schließt. * Wenn du sie vermehren möchtest, kannst du einfach die bereits bewurzelten Teilstücke der Ausläufer abtrennen und neu einsetzen. * Ein Rückschnitt ist nicht erforderlich, im Winter dienen die vertrockneten Triebe als natürlicher Mulchersatz. * Gute Partnerin: Die Gemeine Braunelle (Prunella vulgaris) passt hervorragend dazu. * Beide teilen sich die Vorliebe für frische, sonnige Standorte und bilden gemeinsam einen dichten, ökologisch wertvollen Teppich, der Wildbienen als Landeplatz dient.
Das Englische Fingerkraut ist ein Vertreter der Rosengewächse (Rosaceae) und in Deutschland, Österreich sowie der Schweiz indigen (einheimisch). Es besiedelt natürlicherweise Lichtungen, Waldränder und mäßig feuchte Wiesen. Morphologisch zeichnet es sich durch seine niederliegenden Stängel aus, die an den Knoten (Nodi) neue Wurzeln bilden können. Ein markantes Merkmal für Gartenfreunde ist die Anzahl der Blütenblätter: Während viele Verwandte fünf besitzen, weist diese Art sehr häufig nur vier auf, was sie von ähnlichen Fingerkräutern unterscheidet.
2 Videos zu Englisches Fingerkraut


•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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