Bild folgtKI-generierte IllustrationRadiola linoides
Auch bekannt als: Zwerglein, Zwerg-Lein
Wer den Zwergflachs (Radiola linoides) einmal gesehen hat, vergisst sie nicht: Die winzige Pflanze fällt durch ihren extrem gabeligen Wuchs und die nur zwei Millimeter kleinen, weißen Blüten auf. Als einjähriger Pionier ist sie eine echte Rarität, die in Deutschland auf der Roten Liste steht und offene, feuchte Bodenstellen besiedelt. Da sie in der Natur stark gefährdet ist (Rote Liste 2), leistest du mit ihrem Erhalt einen wertvollen Beitrag zum Schutz der heimischen Artenvielfalt. Trotz ihrer geringen Größe geht sie im Boden eine wichtige Verbindung mit Pilzen ein, die sogenannte Arbuskuläre Mykorrhiza (Symbiose zwischen Pilzen und Pflanzenwurzeln). Schau doch mal genau hin, ob dieser zierliche Überlebenskünstler in einer feuchten Ecke deines Gartens ein Zuhause findet.
Kleine Rarität mit großer Wirkung: Schütze den gefährdeten Zwergflachs im Garten.
Der Zwergflachs ist eine hochspezialisierte Art der Roten Liste 2, was bedeutet, dass er in seinem Bestand stark gefährdet ist. Als Pionierpflanze besiedelt er Nischen, die viele andere Pflanzen nicht nutzen können, und erhöht so die strukturelle Vielfalt im Garten. Durch seine Arbuskuläre Mykorrhiza (AM) fördert er ein gesundes Netzwerk aus Bodenpilzen, das auch benachbarten Pflanzen zugutekommen kann. Da er in Deutschland, Österreich und der Schweiz heimisch ist, passt er perfekt in das ökologische Gefüge unserer Region. Auch wenn aufgrund der Seltenheit kaum spezifische Bestäuberdaten vorliegen, bereichert er das Mikrohabitat für Kleinstlebewesen am Boden.
In den Datenbanken wird der Zwergflachs als nicht kindersicher eingestuft. Er sollte daher nicht zum Verzehr gelangen, auch wenn keine spezifischen Vergiftungen bekannt sind. Eine Verwechslungsgefahr mit giftigen Arten besteht aufgrund der charakteristischen, winzigen Wuchsform und der gabeligen Verzweigung kaum.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Jul – Aug
Bodenreaktion
Sauer (Säurezeiger)
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.05 m
Standort: Wähle einen vollsonnigen Platz im Garten aus.
Boden: Die Pflanze benötigt einen mageren Boden (Schwachzehrer) ohne zusätzliche Düngung.
Feuchtigkeit: Der Boden sollte mäßig feucht sein, was etwa der Ellenberg-Feuchtezahl 5 oder 6 entspricht.
Pflanzzeit: Setze die Jungpflanzen oder Samen von März bis Mai aus, sobald der Boden offen ist.
Pflege: Da der Zwergflachs einjährig ist, muss er sich jedes Jahr neu aussäen können; halte den Boden daher an einigen Stellen frei von Moos und Konkurrenzvegetation.
Symbiose: Vermeide Bodenbearbeitung mit Chemie, um die Arbuskuläre Mykorrhiza (AM), eine nützliche Pilzgemeinschaft an den Wurzeln, nicht zu stören.
Vermehrung: Lass die vertrockneten Pflanzen im Spätsommer stehen, damit die Samen für das nächste Jahr ausreifen können.
Kombinationsempfehlung: Eine gute Partnerin ist das Sumpf-Ruhrkraut (Gnaphalium uliginosum). Beide Arten teilen die Vorliebe für feuchte, lückige Standorte und stören sich gegenseitig nicht im Wuchs.
Der Zwergflachs gehört zur Familie der Leingewächse (Linaceae) und ist die einzige Art seiner Gattung in Mitteleuropa. Er ist ein Indigen (eine einheimische Art), der vor allem auf kalkarmen, sandigen oder schluffigen Böden vorkommt. Typisch für diesen Winzling ist die vierzählige Blüte, während die meisten anderen Leingewächse fünf Blütenblätter besitzen. Er besiedelt bevorzugt kurzlebige Pionierstandorte wie lückige Ufer oder feuchte Feldwege.
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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