Bild folgtKI-generierte IllustrationRiccardia latifrons
Auch bekannt als: Breitlappiges Riccardimoos, Riccardia latifrons
Mit seinen durchscheinenden, hellgruenen Polstern faellt das Breitlappige Riccardia-Moos (Riccardia latifrons) sofort auf. Typisch fuer dieses Lebermoos sind die bandartigen, gabelig verzweigten Lappen, die flach auf ihrem Untergrund aufliegen. Im Naturgarten ist es ein wertvoller Anzeiger fuer ein gesundes, feuchtes Mikroklima (Kleinklima der direkten Umgebung) und unterstuetzt die Zersetzung von Totholz. Es bietet spezialisierten Kleinstlebewesen einen geschuetzten Raum in schattigen Gartenbereichen. Wenn du morsche Staemme in einer dunklen Ecke bewusst liegen laesst, ermoeglichst du diesem seltenen Spezialisten eine dauerhafte Ansiedlung.
Smaragdgruener Spezialist: Der lebendige Teppich fuer dein morschendes Totholz.
Als Spezialist fuer morsches Holz leistet dieses Moos einen wichtigen Beitrag zum Stoffkreislauf in deinem Garten. Es speichert grosse Mengen Feuchtigkeit und gibt diese langsam wieder ab, was das lokale Mikroklima stabilisiert. Zwar liegen fuer diese spezielle Art keine Daten zu Bestaeubern wie Wildbienen vor, doch bilden Moosteppiche die Lebensgrundlage fuer unzaehlige Kleinstlebewesen wie Milben und Springschwaenze. Diese Nuetzlinge sind fuer die Bodenbildung unerlaesslich und dienen groesseren Tieren als Nahrung. Ein Vorkommen dieses Mooses zeigt, dass dein Garten wertvolle Nischen fuer spezialisierte Arten bietet.
Das Breitlappige Riccardia-Moos wird als nicht kindersicher eingestuft. Achte darauf, dass Kleinkinder keinen direkten Zugang haben und Pflanzenteile nicht in den Mund nehmen. Eine Verwechslungsgefahr mit giftigen Moosarten besteht in Mitteleuropa kaum, dennoch solltest du beim Hantieren mit Moosen auf Totholz auf eventuell dort wachsende Giftpilze achten.
Licht
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Feuchtigkeit
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Boden
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Blütezeit
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Suche einen Standort, der dauerhaft schattig und sehr feucht ist, idealerweise in der Naehe eines Teiches oder im Schatten grosser Farne.
Als Untergrund benoetigt das Moos zersetztes Totholz (morsches Holz) oder sehr saure, torfartige Erde.
Die Pflanzzeit liegt idealerweise zwischen Maerz und Mai, indem du besiedelte Holzstuecke vorsichtig an den Zielort bringst.
Achte darauf, dass der Untergrund niemals vollstaendig austrocknet; ein regelmaessiges Bespruehen mit kalkfreiem Regenwasser ist an heissen Tagen ratsam.
Entferne herabfallendes Laub im Herbst vorsichtig per Hand, damit das Moos fuer die Photosynthese (Energiegewinnung aus Sonnenlicht) genug Licht erhaelt.
Eine Vermehrung erfolgt im Garten meist von selbst durch Sporen oder das langsame Weiterwachsen der Polster.
Du musst das Moos nicht schneiden oder duengen, da es Naehrstoffe direkt aus dem Regenwasser und dem morschen Holz bezieht.
Gute Partnerin: Die Rippenfarn (Blechnum spicant) - beide Arten schaetzen die saure Bodenreaktion und das schattig-feuchte Waldklima.
Das Breitlappige Riccardia-Moos gehoert zur Ordnung der Metzgeriales und ist ein thalloeses Lebermoos (ein Moos ohne Gliederung in Stiel und Blatt). Es ist in Deutschland und Oesterreich heimisch und bevorzugt Standorte mit dauerhaft hoher Luftfeuchtigkeit. Typischerweise besiedelt es epixylische Lebensraeume (auf Holz wachsend), vor allem stark vermodertes Nadelholz in Waeldern oder Mooren. Die morphologische Besonderheit liegt in dem fleischigen, bis zu zwei Millimeter breiten Pflanzenkoerper, der im Gegenlicht fast transparent wirkt.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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