Bild folgtKI-generierte IllustrationTeucrium scordium
Auch bekannt als: Knoblauch-Gamander
An seinem intensiven Knoblauchduft, der beim Zerreiben der behaarten Blätter verströmt wird, lässt sich der Lauch-Gamander (Teucrium scordium) sofort erkennen. Er wächst teppichartig und zeigt im Hochsommer hübsche, purpurrosa Lippenblüten direkt in den Blattachseln. Da diese Art in Deutschland, Österreich und der Schweiz als stark gefährdet gilt (Rote Liste 2), bereichert sie deinen Garten um eine botanische Kostbarkeit. Du leistest damit einen aktiven Beitrag zum Artenschutz, da diese Pflanze in der freien Natur kaum noch geeignete feuchte Lebensräume findet. Auch wenn spezifische Insektendaten noch ausstehen, bietet er Struktur und Schutz für die Tierwelt an Teichrändern. Wenn du eine sonnige, feuchte Ecke hast, ist dieser seltene Pflegling genau das Richtige für dich.
Stark gefährdete Kostbarkeit: Hol dir den seltenen Lauch-Duft an deinen Teich.
Da für diese Art derzeit keine spezifischen Bestäubungsdaten in der Datenbank vorliegen, liegt ihre ökologische Bedeutung vor allem in ihrem Status als stark gefährdete Art (Rote Liste 2). Als Spezialist für feuchte Standorte fungiert der Lauch-Gamander in deinem Garten als wichtiges Trittsteinbiotop (vernetzender Lebensraum). Seine dichten, kriechenden Matten bieten ein feuchtes Mikroklima (Kleinklima), das kleinen Amphibien und Bodenlebewesen an heißen Tagen Schutz bietet. Die späte Blütezeit im Hochsommer hilft dabei, Versorgungslücken in der Insektenwelt zu schließen. Durch das Stehenlassen der hohlen Stängel im Winter bietest du zudem wertvolle Überwinterungsquartiere für nützliche Kleinsttiere. Mit der Pflanzung hilfst du aktiv dabei, eine verschwindende heimische Art in der Region zu erhalten.
Der Lauch-Gamander wird als nicht kindersicher eingestuft. Da er Inhaltsstoffe besitzt, die bei Verzehr oder Hautkontakt Probleme bereiten können, ist in Gärten mit kleinen Kindern Vorsicht geboten. Es besteht keine direkte Verwechslungsgefahr mit stark giftigen Arten im selben Lebensraum, dennoch ist er nicht für den Verzehr geeignet.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Feucht
Boden
Mittelzehrer (Normaler Boden)
Blütezeit
Jul – Aug
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Standort: Wähle einen vollsonnigen Platz, damit die Pflanze kräftig gedeiht.
Boden: Er ist ein Mittelzehrer (Pflanze mit mäßigem Nährstoffbedarf) und kommt mit normalem, humosem Gartenboden gut zurecht.
Feuchtigkeit: Der Boden sollte stets feucht sein; er verträgt sogar zeitweise Staunässe (Anstau von Wasser im Boden) hervorragend.
Pflanzzeit: Setze ihn am besten zwischen März und Mai oder im Herbst von September bis November, solange der Boden frostfrei ist.
Pflege: Er ist sehr pflegeleicht. Ein Rückschnitt der vertrockneten Triebe sollte erst im zeitigen Frühjahr erfolgen.
Vermehrung: Die Pflanze breitet sich über Ausläufer aus und kann im Frühjahr leicht durch Teilung vermehrt werden.
Besonderheit: Achte darauf, dass er nicht von starkwüchsigen Gräsern überwuchert wird.
Kombination: Eine gute Partnerin ist das Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis scorpioides) – beide teilen die Vorliebe für nasse Füße und ergänzen sich optisch perfekt.
Der Lauch-Gamander (Teucrium scordium) gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und ist in Mitteleuropa als Archäophyt (Pflanze, die vor 1492 eingeführt wurde) heimisch. Sein natürliches Verbreitungsgebiet umfasst feuchte Wiesen und Uferzonen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Morphologisch zeichnet er sich durch weich behaarte, längliche Blätter mit gekerbtem Rand und kriechende Ausläufer aus. Die Blüten stehen in lockeren Scheinquirlen (kranzartige Blütenanordnung) und erscheinen von Juni bis August. Aufgrund schwindender Feuchtgebiete ist er in der gesamten Region stark im Rückgang begriffen.
2 Videos zu Lauch-Gamander


•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
Alle Daten sind CC BY 4.0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →